Review: Astral Chain Nintendo Switch

Lange Zeit habe ich nichts gefunden, was ich mir für die Nintendo Switch mal wieder kaufen könnte, doch seit Astral Chain angekündigt wurde, und nun erschienen ist, hat sich das geändert. Ich habe mir das neuste Werk von Platinum Games angeschaut und getestet.

Mann oder Frau

Nach dem Intro geht es direkt zur Charakterauswahl. Ihr habt die Wahl zwischen einer männlichen und weiblichen Figur (Bruder oder Schwester). Zwar haben die zwei theoretisch Namen und ein vorgegebenes Aussehen, doch da die gewählte Figur nachher keinen Ton von sich geben wird, ist es absolut egal, was ihr mit eurer Figur anstellt. Das bedeutet leider wieder einmal, das wir einen stummen Charakter spielen werden. Trotz allem sind die Einstellungsmöglichkeiten mehr oder weniger gut. Ihr könnt Frisuren, Farben und Co. auswählen, dafür aber nicht die Proportionen des Körpers. Schade. Bruder bzw. Schwester, je nachdem wofür ihr euch entscheidet, werdet ihr die jeweils andere Person im Laufe des Spiels antreffen. Dann kann die jeweils andere Figur sogar sprechen, nur eben nicht die Eigene.

Mit Pauken und Trompeten…

…geht es direkt los ins Getümmel! Ohne wirklich zu wissen, was im Spiel läuft, sitzen wir auf einem Motorrad und ballern uns den Weg frei, gefolgt von den ersten Kämpfen. Nach einer Art von Tutorialkapitel erfahren wir als Spieler so langsam was überhaupt los ist in der Welt von Astral Chain.

Seitdem rote Portale wie aus dem Nichts auf der Welt erschienen sind und eine seltsame Substanz sich über die Welt legte, geht es den Menschen von Tag zu Tag schlechter und leiden an Hoffnungslosigkeit und Co. . Ausgelöst durch die eben bereits erwähnte rote Substanz, welche die Leute infizierte. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, passiert es, dass sie sich in „Monster“ verwandeln und dann ist das Chaos natürlich vorprogrammiert. Das Ganze ist so schlimm, dass entschieden wurde eine künstliche Insel mit einer Stadt anzulegen, welche als Arche deklariert wurde. Doch auch das erwies sich als Fehler, denn die Portale und die Substanz machte auch nicht vor dem Wasser halt. Wer glaubt, das war alles noch nicht schlimm genug, der hat sich leider getäuscht. Aus den Portalen kamen auch noch unsichtbare Monster, die Chimären, welche von normalen Menschen nicht gesehen und somit als Geister bezeichnet werden.

Diese können nur durch die „Legion“ (gefangene Chimäre) besiegt werden. Um eine Legion kontrollieren zu können, erhaltet ihr ein Legatus und werdet in die Organisation Neutron mit samt eurem Familienmitglied aufgenommen… .

Der Tutorialwahn, Menü und Quests

Im Verlauf des Spiels lernt ihr immer mehr über das Kampfsystem, das Einsetzen von Items, das Upgraden eurer Ausrüstung und der Legions. Dazu ist zu sagen, dass es für das Kampfsystem einen entsprechenden Trainingsraum gibt, in dem ihr immer wieder die Steuerung mit einer Legion üben könnt. Das ist am Anfang auch nicht verkehrt, dennoch werdet ihr mit Tutorials zu geworfen.

Euer Menü gibt euch zudem allerhand Möglichkeiten. Von allg. Einstellungen, einer Map, Missionen bis hin zu Belohnungen. Ihr werdet eine Liste sehen, in der ihr gezeigt bekommt, welche Belohnung es für was gibt (Sammeln, Spezial usw.). Das Ganze ist recht motivierend und für Perfektionisten schon fast Pflicht abzuarbeiten. Z.B. müsst ihr gewisse Gegner erledigen und erhaltet somit neue Materialien um eure Legions schneller aufwerten zu können. Egal wo ihr seit könnt ihr die Belohnungen direkt abholen, oder ihr sammelt sie alle zusammen ein. Manchmal ist das auch gar nicht schlecht zu warten, somit verschwendet man keine Dinge, die man später vielleicht doch benötigt.

Manche werden sich vielleicht fragen, ob es auch Nebenaufgaben gibt. Jawohl, diese sind vorhanden und blau markiert. Rote dagegen sind quasi die Story Missionen. Nach jedem Kapitel wird euch auch gezeigt, wie ihr abgeschnitten habt und welche Aufgaben ihr verpasst habt.

Vor dem Sturm

Abgesehen vom Anfang, geht es in der Regel nicht direkt in den Kampf. Wir bekommen meistens einen Auftrag, in dem wir Detektiv spielen müssen. Meistens müssen Hinweise gesucht werden, was dazu führt, dass wir in ein Portal steigen, um irgendjemanden zu retten. Jedes der Kapitel läuft somit nach demselben Schema ab, was auch bedeutet, wir haben hier kein Open World Spiel, sondern ein stark lineares Spiel auf Kapitel Basis. Wem das Spiel zu einfach ist, erhält die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Zuerst steht quasi „Leicht“ und „Normal“ zur Verfügung, doch habt ihr ein Kapitel abgeschlossen, könnt ihr es auf „Schwer“ wiederholen. Wollt ihr alle Geheimnisse und Co. finden, müsst ihr später definitiv die Kapitel wiederholen, weil ihr später weitere Legions mit entsprechenden Eigenschaften bekommt.

Das Spiel hat zudem 11 (12) Kapitel.

Das Kämpfen mit zwei Sticks gleichzeitig

Kommen wir zum Kern des Spiels, dem Kampfsystem. Seid ihr so weit, dass ihr alles ausschöpfen könnt was geht, wird es interessant.  Habt ihr euren Legion gerufen, läuft ein Timer ab der euch zeigt, wie lange euer Legion verfügbar ist, bevor er verschwindet. Seid ihr in einen Kampf verwickelt, könnt ihr eure Gegner unterschiedlich bearbeiten. Ihr wollt ohne euren Legion kämpfen? Könnt ihr machen, ist allerdings nicht ratsam. Ein Legion kann allerdings jeder Zeit gerufen und weggeschickt werden über die ZL-Taste. Kämpft ihr erst einmal ohne Legion, werdet ihr die Möglichkeit haben ihn für eine Komboattacke zu rufen, sobald ihr etwas aufblinken seht. Es ist dazu zu sagen, das die Legion grundsätzlich von alleine angreift.

Habt ihr also euren Legion im Kampf gerufen, könnt und solltet ihr mit ihm über den rechten Stick Gegner umkreisen, damit ihr sie kurz festhalten könnt, oder ihr umkreist gleich mehrere Gegner und führt einen Sprung aus und haut im Flug auf jeden drauf. Zur selben Zeit, in der ihr eine Legion steuert, könnt ihr mit dem linken Stick eure eigene Figur bewegen und angreifen über die ZR-Taste. Ist der Timer der Legion abgelaufen, zieht er sich zurück und die Leiste muss erstmal wieder einen gewissen Wert erreicht haben, bevor ihr ihn wieder rufen könnt. Das sind jedenfalls so die Basics im Groben.

Jede der Legions hat auch besondere Fähigkeiten über die L-Taste. Z. B. hat Legion SCHWERT die Möglichkeit Verbindungen zwischen Gegnern zu trennen und mit Legion ARM können schwere Gegenstände aufgehoben und geworfen werden. Über die L-Taste kann Legion ARM auch als Rüstung benutzt werden. Somit sehen die Legions nicht nur hübsch aus, sondern können einem auch das Leben viel einfacher machen.

Das Ganze hört sich vielleicht kompliziert an und das ist es am Anfang vielleicht auch, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Während ihr Gegner und Bosse auf der Insel oder in den Portalen besiegt, erhaltet ihr Punkte um eure Begleiter mittels Skillbaum aufzuwerten. Dadurch erhaltet ihr wie in anderen Spielen neue Fähigkeiten und Skills, also alles nichts Neues. Auch eure Spielfigur kann die eigene Ausrüstung von Zeit zu Zeit etwas aufwerten.

Sonstiges

Platinum Games hat bei Astral Chain eher einen Anime Stil für das Spiel gewählt, was dem ganzen einen ganz eigenen Flair verleiht und da wir es hier mit der Nintendo Switch zu tun haben, war das wohl auch die beste Entscheidung. Das Spiel läuft durch die Bank weg sehr flüssig und irgendwelche Grafiknachlader sind nicht zu erkennen. Zudem hat das Spiel 2 Speicherslots. Schaut man sich andere Spiele auf der Switch an, dann ist das traurigerweise schon als viel zu sehen.

Spielt man auf dem TV mit einem entsprechendem Sound System mit diversen Einstellungsmöglichkeiten, erhält man einen guten und satten Sound. Echtes DTS ist leider bei der Switch nicht möglich, weshalb ein AV-Reciver oder andere Sound Systeme von Vorteil sind.

Im Handheld Modus macht das Spiel so weit eine gute Figur und auch das Steuern mit den zwei Joy-Con funktioniert sehr gut.

Die Spielzeit für die Handlung beträgt je nach Spielstil etwa 19-20 Stunden.

Das Spiel läuft im Dock mit 900p und 30 FPS.

Weitere Bilder

>HIER< geht es zum Unboxing der Collector’s Edition.

FAZIT

„Mit Astral Chain hat Platinum Games eine neue und interessante IP erschaffen. Das Gameplay macht Spaß, die Story ist interessant genug um das Spiel nicht vorzeitig zu beenden. Dennoch ist es sehr schade zu sehen, dass die Hauptfigur eine stumme Figur ist und auch die Nebenfiguren könnten mehr Tiefe vertragen, besonders am Anfang eine ganz bestimmte Person. Da aus Astral Chain eventuell eine Reihe werden soll, ist also noch Luft nach oben. Wer aber mal etwas anderes als Mario und Zelda auf der Switch spielen will, sollte es mit Astral auf jeden Fall einmal versuchen.“

Unter MEINUNG zu gibt es wie immer noch ein paar Worte zum Spiel (MEINUNG zu ist in Arbeit).

POSITIVNEGATIV
🔵 Typische Platinum Games Action🔴 Stummer Hauptcharakter
🔵 Sammelwahn wird geweckt🔴 Nebenfiguren zu blass
🔵 Deutsche Texte🔴 Keine deutsche Sprachausgabe
🔵 Speichert oft automatisch🔴 nur im Hauptquartier manuelles Speichern möglich
🔵 Viele Videosequenzen🔴 Am Anfang zu viele Tutorials auf einmal
🔵 Spielzeit ca. 19-20 Stunden (Story)
🔵 Wahlweise EN oder JP Sprachausgabe

WERTUNG
The Red Pad vergibt Astral Chain für Nintendo Switch 4,25 von 5 Gamepads (85%)

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Autor:Peter

Hier und da treibe ich ein wenig mein Unwesen im Netz. Mal auf meinem kleinen privaten Blog, dem ihr mir auf Twitter und Facebook auch gerne folgen könnt (www.theredpad.de), mal bei FFDojo, oder in Ausnahmefällen auch auf Nintendojo. Früher war ich auch bei Spielemagazin.de. Videospiele gehören einfach zu mir, da kann kommen was will^^.

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