Review: Final Fantasy XIII-2 PS3

Vorwort

Was? Ein Test zu einem so alten Spiel? Ich bin bekanntlich vor einigen Jahren beim Spielemagazin.de tätig gewesen und habe dort auch schon Reviews geschrieben. Leider gibt es das Spielemagazin nicht mehr und ich kam lange nicht an meine alten Beiträge dran. Durch einen Zufall kam ich an die alten Beiträge und möchte diesen hier auf meiner kleinen Seite sichern. Es ist 1:1 der Test aus dem Jahr 2012.

Review

Am 3.2.2012 war es endlich soweit und das lange Warten hatte ein Ende. Wovon wir reden? Natürlich von “Final Fantasy XIII-2“ aus dem Hause Square Enix! Schon lange vor dem Release wurde das Spiel aufgrund seines linearen Vorgängers von manchen Spielern ziemlich hart ran genommen. Ob wir den ganzen “Hatern“ nun zustimmen können oder nicht, und was wir von diesem Spiel halten, erfahrt ihr jetzt.

Und wieder grüßt -2

Wie macht man einen Nachfolger zu einem Spiel, welches eigentlich abgeschlossen zu sein schien? Ganz einfach, man mischt es mit Zeitverschiebungen, Pulse, Paradoxen, neuen Charakteren wie dem Bösewicht Caius, und den neuen Helden Noel und Serah. Das Ganze gewürzt mit einem etwas verändertem Kampfsystem incl. “Pokemon Effekt“. Zum Schluss rührt man dann alles in eine neue Story, die ein bestimmtes Ereignis des Vorgängers über Bord wirft und fertig. Das wäre z.B. dass niemand Serah glaubt, dass Lightning am Ende von XIII zu den anderen kam und ihren Segen zur Hochzeit mit Snow gab. Für alle anderen kam sie nie nach dem Endkampf zurück und wird für tot gehalten, nur Snow glaubte ihr und machte sich alleine auf den Weg sie zu suchen. Nachdem Noel nun dazu kam und er Serah erzählt hat, dass er Light in Walhalla getroffen hat, schöpft sie neue Hoffnung und die beiden begeben sich auf die Suche nach ihr. Doch wie sich schnell herausstellt, gibt es noch ganz andere Probleme wie die Veränderung der Zukunft und der Vergangenheit… . Die Story mag zwar zu Beginn noch etwas verwirrend wirken, mit der Zeit wird aber alles immer plausibler. Freunde von Filmen wie “Zurück in die Zukunft“ oder die unter euch, die sich Reportagen über Zeitreisen im TV anschauen, dürften das alles schneller verstehen. Zwar ist die gesamte Story nicht so riesig wie im Vorgänger, dennoch ist sie stellenweise sehr interessant, mit nur sehr wenigen langweiligen Passagen. Letzteres ist aber zum Glück seltener der Fall.

Was hat sich geändert?

Kurz gesagt, eine ganze Menge! Da es so viel ist, wollen wir hier jetzt auch nicht alles bis ins kleinste Detail aufzählen und ergründen, sondern halten uns an die wichtigsten Dinge.

Alte Kämpfe im neuen Anglitz

Den Anfang machen wir mit dem Kampfsystem. Viele haben sich beschwert, dass die Kämpfe in XIII nur aus “X“ drücken bestehen würde, und wenn man seine Paradigmen wechselt zu viel Zeit verschwendet wird, oder es unter gewissen Umständen nicht machbar ist. Doch das ist nun anders. Man kann dauernd hin- und herschalten, ohne dass man warten muss oder sonstiges. Zwar ist die “X“ Taste immer noch eine der wichtigsten Tasten, doch durch das dynamische Hin- und Herschalten der Paradigmen, kommt Schwung in die ganze Sache. Dazu kommen nun zusätzlich die “Quick-Time-Events“, welche man schon aus anderen Spielen kennt. Zum Einsatz kommen diese bei Story-Bossen und den “Monstern“, die man nun als dritten Charakter mit sich führt.

Apropos Begleiter: Wer hat nicht schon Pokemon gespielt? Nun kann man das Ganze auch quasi bei Final Fantasy XIII-2 tun. Hat man sich im Vorgänger über den einen oder anderen Gegner beschwert, darf man ihn nun mit im Team haben, sofern man ihn zähmen konnte. Jedes dieser Monster hat eigene Eigenschaften und “Empathie Attacken“. Z.b. übernimmt Kaktorina den Part des Heilers oder ein Behemoth macht euch den Brecher. Insgesamt soll es ca. 150 Monster geben, wobei es einige nur einmal gibt und andere nur als DLC zu haben sind (es sollen noch mehr DLC Monster mit der Zeit kommen).

Bringt uns das nun mehr als das was wir im Vorgänger hatten? Ja, die ganze Sache wird strategischer und ab und zu sollte man schon mal gezielt nach Monstern suchen, da einige schon fast unverzichtbar sind. Aber wer Pokemon liebt, der wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Vor und zurück, ohne platte Füße zu bekommen

Es wurde groß damit geworben, dass dieser Teil nicht mehr so linear ist und das trifft auch tatsächlich zu. Stattdessen gibt es eine gewisse Anzahl an Portalen, die sich in unterschiedlichen Zeitepochen befinden. Einige erreicht man automatisch durch die Story, andere muss man mit “Urartefakten“ öffnen oder mit anderen Artefakten wieder schließen (letzteres dient dazu die geheimen Enden der Gebiete zu sehen, wovon es 8 gibt). Somit ist auch weiter der Entdeckerdrang geweckt und sorgt dafür, dass man sehr viel Zeit mit diesem Spiel verbringen kann. Denn auch Nebenaufgaben gibt es diesmal einige, die man auch erledigen sollte, um an Fragmente zu kommen, die man für das Special-Ending benötigt. Um diese zu erfüllen muss man immer wieder umherreisen, manche Aufgaben kann man zudem erst kurz vor dem Beenden des Spieles erledigen. Wer das eben erwähnte Special-Ending sehen möchte, muss 160 Fragmente ergattern, wobei einige leicht zu haben sind und andere wieder schwerer. Auch wir haben noch nicht alle Fragmente zusammen und haben dennoch schon eine Spielzeit von ca. 42 Stunden, was am vielem lvln und dem Erledigen von Aufgaben liegt. Wie man sieht hat Square Wort gehalten. Das Ganze erinnert doch etwas an X-2, mit welchem man auch unzählige Stunden verbringen konnte, wenn man 100% erreichen wollte.

Als Tipp raten wir jedem Schatzjäger sich das Lösungsbuch zu kaufen, zwar ist man zu Beginn etwas überrumpelt mit dem Inhalt des Buches, aber nach einiger Zeit hat man auch schon einen ganzen Haufen Fragmente und andere Dinge gefunden. Hier lohnt es sich einfach das Geld zu investieren.

Die einstigen “Schlauchlevel“ haben auch das Zeitliche gesegnet, welche ein großer Kritikpunkt des Vorgängers gewesen ist. Stattdessen hat jeder Ort eine Karte, die je nach Zeitepoche gewisse Wege freigibt und andere nicht. Es ist eher selten der Fall, dass alle Wege auf einmal erreicht werden können. Die Karten sind nicht megagroß, aber auch nicht zu klein. Für unseren Geschmack hat Square hier die richtige Größe der Karten gewählt.

Die Mini Spiele

Wer eine Verschnaufpause benötigt, kann z.B. ins Casino gehen, im welchem man Chocoborennen machen kann, oder man verbringt seine Zeit am Spielautomaten. Doch auch hier kann man Fragmente ergattern. Allerdings kosten diese 10.000 Casinomünzen, was umgerechnet 100.000 Gil sind. Man kann zwar auch mit Hilfe der Rennen gut an Münzen gelangen, aber wir hatten Genug Gil um sie zu kaufen. Doch ein DLC muss quasi noch kommen, da es auch Karten Tische gibt, bei denen man durch anklicken schon erfährt, dass diese irgendwann mal zur Verfügung stehen werden. Hier hätte man sicher auch noch mehr Mini Spiele einbauen können, hoffen wir in diesem Fall einfach das noch ein paar Erweiterungen als DLC erscheinen werden.

Ansonsten gibt es noch in der einen großen Stadt einige Quiz-Terminals, welche Fragen rund um Final Fantasy 13 und 13-2 beinhalten. Oder man begibt sich an anderen Orten in die Zeitspalt-Rätsel, die es teilweise in sich haben (Fragmentjäger kommen an diese Nebensächlichketen nicht vorbei)!

Kristarium für schnelle

Diesmal wurde das Kristarium sehr vereinfacht, man muss lediglich KP Sammeln, und die Paradigmen gradlinig durch zu klicken. Die maximale Stufe ist bei jedem 99. Auch brauch man nie viel KP. Bis man soweit ist, das man pro Klick 2000 KP benötigt, hat man schon so gut wie alle Fähigkeiten auf 99 gepuscht. Im Schnitt geben die meisten Gegner im späteren Verlauf um die 400 – 500+ KP. So hat man sehr schnell das Kristarium gelevelt. Wer dazu keine Lust hat, wird schnell merken das z.B. Augmentor, Heiler, usw nicht zur Verfügung stehen, da man nach und nach durchs Kristarium auch die anderen Fähigkeiten freischaltet und noch andere nützliche Eigenschaften bekommt.

Die Städte

Hier kommen wir zu einem Punkt, bei dem wir uns doch etwas mehr erhofft hatten. Im Vorgänger konnte man keine Stadt wirklich frei erkunden. Zwar gibt es hier und da mal eine Siedlung oder Ausgrabungsstätte, aber so richtige Städte sucht man dennoch. Im Grunde gibt es nur ein Gebiet, welches gleich komplett aus einer Stadt besteht. Zwar ist sie ziemlich groß, aber irgendwie haben wir doch mehr erwartet. Erklärt wird das Ganze wohl damit, dass man sich auf Pulse aufhält und hier nicht alles so toll gewesen ist, wie auf Coccon. Wenigstens kann man nun mit Personen reden und Dialoge führen, oft kommt es auch zu Stellen, an denen man aus vier möglichen Antworten eine auswählen muss. Das zeigt uns zumindest, dass man den guten Willen gezeigt hat.

Kupo!

Haben wir die kleinen Mogrys eigentlich vermisst? Nun, das muss jeder selber entscheiden. Jedenfalls ist einer ein ständiger Begleiter des Zweiergespann und hat sogar seine Daseinsberechtigung. Einmal warnt er vor Gegnern (wir haben wieder Zufallsbegegnungen, denen man auch ausweichen kann) und wird zu Serahs Waffe, das andere Mal findet man durch ihn versteckte Schätze oder er wird einfach mal aus Frust weggeworfen, doch er kommt wie ein Jojo immer wieder zurück.

Huch? Komponenten, aber mehr für die “Monster“?

Wer kann sich nicht daran erinnern, wie nervig es gewesen ist in XIII seine Waffen zu leveln und das wo man kaum Geld bekommen hatte. Das ist nun komplett anders, denn für Waffen braucht man keine Komponenten, diese kann man einfach kaufen und Geld bekommt man nun auch wieder nach Kämpfen. Dennoch gibt es jede Menge Komponenten, einmal benötigt man sie für so manche Accessoires, aber vor allem für die Monster! Und hier ist Vorsicht geboten, zumindest bei den raren Begleitern. Da die Monster als dritter Charakter dienen, muss man sie im Kristarium lvln, allerdings nicht durch KP, sondern durch Komponenten. Einige davon findet man wie Sand am Meer, andere dagegen sehr selten und erfordern intensives Farmen. Belohnt wird man allerdings dadurch, das die Viecher sehr mächtig werden können. Nur leider kann das hin und wieder lange dauern. Also ganz verschont sind wir von den Teilen nicht, aber es ist nicht so tragisch wie zuvor.

Kapazität der Accessoires

Diese Änderung schmeckt uns überhaupt nicht. Von Zeit zu Zeit erhält man durchs neue Kristarium immer mehr Kapazität um Accessoires tragen zu können, doch der Wert geht leider nicht höher als 100%. Im Grunde wäre das gar nicht so schlimm, wenn die guten nicht alle so um die 45 – 75 Prozent verbrauchen würden. Manchmal kann das etwas für Frust sorgen.

Bekannte Sounds und Musik

Alles in allem sind die Soundeffekte gleich geblieben, aber natürlich gibt es auch neue. Dasselbe trifft auch bei der Musik zu, einmal gibt es altbekannte Tracks, andere Male darf man sich an den neuen Tracks erfreuen. Zwar ist auch diesmal die Kampfmusik etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann stört einen auch das nicht mehr. Ansonsten ist die Musik wie bei jedem anderm Final Fantasy Teil mehr als gelungen.

Grafik Vergleich PS3 & Xbox 360

Zwar gibt es diesmal wenig Unterschiede, doch stellenweise sieht man anhand der InGame Videos minimale Unterschiede, wobei die Xbox 360 Version leicht den kürzeren zieht. Allerdings ist das alles andere als dramatisch, man muss eben schon sehr genau hinschauen. Auch eine Installation der Xbox 360 Version ist diesmal nicht nötig und diesmal kommt es nicht zu Rucklern, wie einst im Vorgänger. Demnächst werden wohl auch wir einen eigenen Videovergleich liefern können, wo ihr euch dann selber nochmal davon überzeugen könnt.

FAZIT

Wie ihr nun gelesen habt, hat sich doch vieles positiv verändert, auch wenn auch manche Dinge noch nicht so sind wie man sie sich gewünscht hatte. Allerdings sind die negativen Punkte verschmerzbar und man kann jede Menge Spaß an der Final Fantasy XIII Fortsetzung haben. Es ist zwar schon so, dass hier auch wieder ein Monster-Recycling existiert, aber auch das ist verschmerzbar. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass Square Enix offiziell 18 Monate für diesen Teil gebraucht hat, was auch der Grund dafür ist, wieso wir Quasi keine CGI-Sequenzen sehen, sondern das die Geschichte eigentlich so gut wie nur mit In-Game Sequenzen erzählt wird. Sicher wäre noch mehr drin gewesen, aber dies wird ja in Zukunft mit DLC’s getan, welche Story-Erweiterungen beinhalten sollen. Bis jetzt gibt es schon 2 DLC’s. Einen davon bekam man zur Pre-Order Aktion dazu, einen anderen kann man nun seit dem 8.2.2012 für 1,99 Euro erwerben (Bzw. im XBLA für 240 MP).“

Zusatz vom 28.12.2019:

„Bis heute warte ich auf die PS4 Version der FFXIII Trilogie. Auf PC ist sie schließlich verfügbar und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis wir die Spiele auch für PS4 erhalten werden.“

POSITIVNEGATIV
🔵 Deutsche Texte🔴 Keine deutsche Sprachausgabe
🔵 Aus den Fehlern in XIII gelernt🔴 Weniger CGI Videos
🔵 Spielzeit ca. 25-35 Stunden (Story)🔴 Die Handlung ist anfangs etwas verwirrend
🔵 leicht verbessertes KS🔴 Erneut keine wirklichen Städte vorhanden
🔵 Guter Soundtrack

WERTUNG
The Red Pad vergibt Final Fantasy XIII-2 für Playstation 3 4,25 von 5 Gamepads (85%)

Autor:Peter

Hier und da treibe ich ein wenig mein Unwesen im Netz. Mal auf meinem kleinen privaten Blog, dem ihr mir auf Twitter und Facebook auch gerne folgen könnt (www.theredpad.de), mal bei FFDojo, oder in Ausnahmefällen auch auf Nintendojo. Früher war ich auch bei Spielemagazin.de. Videospiele gehören einfach zu mir, da kann kommen was will^^.

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