Review Pokemon Legenden: Arceus Nintendo Switch

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Willkommen in Hisui!

Unwissend, wo man gelandet ist, erwacht man an einem Strand und wird nach Jubeldorf gebracht. Ein Dorf, in dem die Galaktik-Expedition haust, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die noch unerforschte Hisui Region zu erschließen. Und dabei vor Allem mehr über die dort lebenden Pokemon herauszufinden, damit man sich ein Leben in dieser Region aufbauen kann.

Da man jedoch eine Fremde ist, mit fremdaussehender Kleidung, wird man sehr misstrauisch beäugt. Am Ende heißt es sogar, dass man entweder eine Prüfung besteht, um bei der Galaktik-Expedition Mitglied zu werden oder man ansonsten einfach in der Wildnis sich selbst überlassen wird, was gleichbedeutend mit dem Tod sein soll.

Somit haben wir nicht wirklich eine große Wahl und müssen uns dieser Prüfung stellen, woraufhin das große Abenteuer zur Erschließung der Hisui Region beginnt! Doch nicht nur das, es gilt auch das Geheimnis über das Erscheinen in dieser fremden Zeit zu lösen, sowie das große Dimensionsloch, welches über dem Kraterberg seine Bahnen kreist… Ach und natürlich möchte ein Professor mit Bummelmütze, dass wir für ihn den ersten Pokedex der Hisui Region vervollständigen!

 

Alles neu in der Pokemon Welt?

Gerne wird für Pokemon Legenden: Arceus geworben mit “Pokemon, aber anders”. Doch wie viel “anders” steckt tatsächlich im neuesten Pokemon Abenteuer?

Eine der ersten Dinge, die auffallen ist, dass man sich frei dreidimensional bewegen kann und dabei auch eine frei bewegbare Kamera hat. Mit dem Y-Knopf kann man eine Ausweichrolle ausführen, mit dem B-Knopf duckt man sich, um sich so an wilde Pokemon anschleichen zu können. Mit dem A-Knopf interagiert man mit seiner Umwelt. Mithilfe des X-Knopfes wechselt man zwischen der Gegenstände-Leiste, sowie der Leiste der verfügbaren Pokemon, die man mit sich herumschleppt. Hier darf man, wie üblich, sechs Pokemon mit sich herumführen. Jedes weitere Pokemon wird auf der “Weide” verwaltet, die quasi dasselbe wie die altbekannte “Pokemon-Box” ist. Mit der linken, sowie rechten vorderen Schultertaste wählt man durch die ausgewählte Leiste. Die hintere linke Schultertaste dient dem anvisieren der wilden Pokemon. Doch leider ist die Reichweite sehr gering, weshalb es nicht immer leicht ist ein Pokemon anzuvisieren, wenn man im Vorfeld einfach nur wissen möchte, wie hoch dessen Level ist, ohne, dass es einem angreift. Pokebälle, sowie Gegenstände wirft man, in dem man die hintere rechte Schultertaste betätigt.

Und hier bemerkt man auch schon die größte Neuerung, die allerdings auch gar nicht groß überrascht, da es sich dabei um eine natürlich Weiterentwicklung des Fang-Systems aus Pokemon Let’s Go! handelt. Man muss nicht mehr in einen Kampf gegen ein wildes Pokemon hineinstürmen, um es erst zu schwächen, damit man es fangen kann, sondern man hat nun andere Möglichkeiten Pokemon zu fangen. Letzten Endes zielt man auf ein Pokemon und wirft einen Pokeball. Doch, sollte es sich um ein aggressives Pokemon oder eines handeln, welches einem bereits bemerkt hat, wird der Pokeball gerne abgewehrt. Also muss man sich heranschleichen. Hier dient das hohe Gras, welches ansonsten immer die Gefahrenzone in den Pokemon Spielen waren, nun als sicheres Versteck, um nicht entdeckt zu werden. Dazu kann man die Pokemon auch mit Köder ablenken, um in einem unachtsamen Moment einen Pokeball nach ihnen zu werfen. Bestenfalls zielt man damit auf den Rücken des zu fangenden Pokemon, da dies die Fangchance enorm erhöht.

Jedoch ist dies nur eine von zwei Möglichkeiten, wie man Pokemon fangen kann. Die andere Möglichkeit ist tatsächlich die traditionelle Art und Weise, in dem man sich, wie gewohnt, in den Kampf stürzt und das Pokemon schwächt, bevor man einen Pokeball auswählt und nach ihn wirft. Wer es also traditionell lieber mag, muss sich keine Sorgen machen und kann Pokemon Legenden: Arceus auf genau diese Art auch spielen. Doch gibt es selbst hierbei noch ein, zwei kleine Neuheiten. So gibt es zum ersten Mal, eine sogenannte “Tempo-Technik”, sowie “Kraft-Technik”. Dies sind besondere Variationen der normalen Attacken. Während eine “Kraft-Technik” den Effekt, wie z.B. den Schaden, stark verstärkt, dafür aber das angreifende Pokemon langsamer wird und gegebenenfalls eine Runde aussetzen muss, so ist es bei der “Tempo-Technik” genau umgekehrt. Die Wirkung des Angriffs wird abgeschwächt, doch dafür entsteht die Chance direkt noch ein zweites Mal anzugreifen. Denn in Pokemon Legenden: Arceus ist die Reihenfolge der Angreifer nicht mehr nur strikt nach dem Initiative Wert sortiert. Auch die Art der Attacke selber spielt eine Rolle. So kann man sich die Reihenfolge der nächsten Runden im Kampf per Knopfdruck anzeigen lassen und erkennt auch, wie sich diese je nach Attacke, die man auswählt teilweise etwas verändert. Diese besonderen “Techniken” erlernt man entweder via Level Up, in dem dabei die eine oder andere Attacke “gemeistert” wird oder beim Attacken-Lehrer gegen Austausch von “Meister-Samen”.

Eine weitere Neuerung ist, dass die wilden Pokemon den Spieler selber angreifen können. Der Spieler selber kann dabei sogar bewusstlos werden und seine gesammelten Gegenstände verlieren. Hier ist also stets Vorsicht geboten und man sollte niemals leichtsinnig werden. Wird man allerdings mal von einem Angriff getroffen und schafft es noch zu entkommen, bevor man zu viele Treffer einsteckt, erholt man sich langsam auch wieder, sobald man in Sicherheit ist.

Diese neu gewonnene Dynamik ist es auch, was an Pokemon Legenden: Arceus eine Menge Spaß macht. Das gesamte Spiel läuft sehr dynamisch ab. Sei es das Wechseln der Pokemon, sammeln von Beeren oder Erzen, die man beides mithilfe seiner Pokemon abernten kann oder das reiten auf den Reitpokemon, die man nach und nach dazubekommt. Alles geht sehr fix von der Hand, wodurch ein wunderbarer Spielfluss entsteht, den man sich nur schwer entziehen kann.

Gerade deswegen ist es besonders schade, dass man diesen Spielfluss so abrupt abbricht, weil irgendjemand bei Game Freak es für eine kluge Game-Design Entscheidung hielt, den Spieler jedes Mal erst zurück nach Jubeldorf reisen lassen zu müssen, bevor er sich auf in ein anderes Gebiet machen kann.

Eine weitere Neuerung betrifft das Inventar. So war bei Pokemon dies immer endlos. Jetzt nicht mehr. Man beginnt mit einem recht überschaubaren kleinen Inventar und kann sich für sehr viel Geld neue Slots dazukaufen, beim wahrscheinlich größten Bösewicht in der Geschichte der Videospiele! Denn dieser raffgierige Bösewicht erhöht den Preis nach jedem erworbenen Slot enorm! Um alle Inventar Plätze freizuschalten, soll man wohl gut mit um die 4-5 Millionen Münzen rechnen. Und eines kann ich euch verraten. Die Galaktik-Expedition ist extrem knauserig, was die Vergütung anbelangt. Somit werdet ihr stets entweder damit kämpfen genug Geld für weitere Inventar-Plätze heranzuschaffen oder aber damit, dass euer Inventar ständig voll ist. So oder so, ob dies bei einem Pokemon, wo man all die Jahre dankbar für ein endloses Inventar war, wirklich notwendig ist, darüber lässt sich streiten. Ich persönlich halte dies für eine weitere Fehlentscheidung der Game-Designer. Doch gibt es vielleicht gar Leute, die diese Änderung begrüßen.

Allgemein ist Pokemon Legenden: Arceus so ein Spiel, welches man nur schwer objektiv bewerten kann. Viele Elemente sind sehr subjektiv und können gar nicht eindeutig als gut oder schlecht dargestellt werden. Dazu zählt z.B. auch die Geschichte. Es handelt sich dabei letzten Endes um gewohnte Pokemon Kost. Wer großartige atemraubende Wendungen erwartet, wartet vergebens. Dennoch bietet die Geschichte eine Motivation und kann durchaus unterhalten, wenn man sich darauf einlassen kann.

Genauso, sind die immer wieder zufällig auftauchenden Dimensionsverzerrungen eine reine Geschmacksfrage. Worum handelt es sich dabei? Kurz gesagt, es sind Art Arenakämpfe. Eine Kuppel erscheint. Ihr habt etwas Zeit, um euch zu entscheiden, ob ihr dahin wollt oder nicht bzw. bevor das eigentliche Ereignis losgeht. Sobald es los geht erscheinen kostbare Gegenstände in dieser Kuppel, sowie zufällig auftauchende starke Pokemon. Einige können sogar nur hier innerhalb dieser Verzerrungen gefangen werden. Die Pokemon erscheinen dabei immer in kleine Gruppen. Letzten Endes kann man sich das Ganze wie eine Arena vorstellen, in der mehrere Gegnerwellen auftauchen, die man bekämpfen, fangen oder einfach versuchen kann vor denen wegzulaufen. Einige dürften sicherlich ihren Spaß an diesem kleinen Nervenkitzel haben. Ich persönlich mag weder diese Art Arenakämpfe sonderlich, noch “Wellenkämpfe” und habe daher, nachdem ich es einmal ausprobiert habe, einen riesigen Bogen drum gemacht.

Der wichtigste Aspekt, der in die Geschmacksfrage hineinspielt ist der Pokedex selber. Das Grundkonzept hat sich nämlich ein klein wenig verändert. Wo es sonst schon genügte ein Pokemon zu fangen, um es im Pokedex zu registrieren, so reicht dies nun nicht mehr. Stattdessen müsst ihr verschiedene Pokedex-Aufgaben erledigen. Das Ganze kann man sich, wie eine Art “Trophy-System” vorstellen. “Fange so und so viele Exemplare”, “Besiege es so und so”, “beobachte Attacke XYZ so und so oft”, “füttere es so und so oft”…  Letzten Endes gibt es verschiedene “Kategorien” mit meist mehreren Stufen. Bei der Kategorie “Fange so und so viele Exemplare” z.B. die Stufen “1”, “3”, “5”, “10” und “15” Exemplare. Für jede erledigte Stufe gibt es einen Punkt, sobald ihr dem Professor davon berichtet. Sobald ihr 10 Punkte beisammen habt, wird das jeweilige Pokemon registriert. Nicht vorher. Es gibt dabei auch noch eine kleine Besonderheit zu beachten. Einige Kategorien, sind mit einer Art “Beschleunigungspfeilen” markiert. Dies bedeutet, dass ihr pro Stufe in dieser Kategorie doppelt so viele Punkte erhaltet, sprich 2 Punkte.  Mit diesen Kategorien beschleunigt sich das Erfüllen der Aufgaben zum Glück enorm. Wenn ihr die 10 Punkte habt, aber noch alle anderen Aufgaben machen möchtet, weil ihr hofft, dass es noch eine tolle Belohnung dafür gibt, so macht euch darauf gefasst, dass ihr für das komplette Vervollständigen eines Pokedex Eintrages nur die Chance ein Shiny Exemplar anzutreffen erhöht. Shiny Jäger werden nun hellhörig, alle anderen brauchen sich den Stress nicht antun, außer ihr habt einfach Spaß daran. Ob es noch eine extra Belohnung gibt, wenn ihr wirklich alle Aufträge erledigt habt im gesamten Pokedex, zu jedem einzelnen Pokemon, das kann ich nicht sagen. Bisher konnte ich dazu nichts herausfinden aber allgemein wird wohl von “nein” ausgegangen.

Somit übernehmen die Pokedex Aufträge eine der zwei Kernprinzipien in Pokemon Legenden: Arceus. Habt ihr Freude an diesen Zwangsaufgaben? Dann werdet ihr viel Spaß mit dem Spiel haben. Nervt euch diese Art von Zwangsaufgaben? Dann solltet ihr nochmal überprüfen, ob ihr euch in die Welt von Hisui begeben solltet. Ich persönlich fand diesen Aspekt sehr nervtötend und würde es aus persönlicher Sicht als einen der größten Kritikpunkte bezeichnen. Doch da dies rein subjektiv ist, werdet ihr diesen Punkt nicht in der Negativ Zeile unten bei der Bewertung sehen, sprich er fließt nicht in meine Bewertung des Spieles ein.

Doch keine Panik, wenn ihr ebenfalls zur Gattung gehört, wie ich, und diese Pokedex-Aufgaben nicht mögt. Es gibt noch einen zweiten, mindestens genauso wichtigen Aspekt im Spiel. Und zwar das Erkunden!

Damit meine ich nicht nur das herumlaufen und erkunden der Gebiete, sondern auch die sammelbaren Gegenstände, die tatsächlich auch einen gewissen Sinn ergeben. So könnt ihr später z.B. vergrabene alte Gedichte ausgraben, die sogar teilweise noch Infos zur Geschichte der Region geben. Es ist zwar unglaublich schwer und aufwendig alle zu finden, doch ist es genauso belohnend. Dazu sind viele Geisterseelen in der Hisui Region verteilt, die es zu finden heißt. Sobald man alle beisammen hat… Nun… vielleicht geschieht da ja etwas interessantes? Außerdem gibt es noch 28 Icognitos zu finden, die sich über die Region verstreut haben. Hier hatte Game Freak die interessante Idee die Suche an kleine “Rätsel” zu koppeln. So gibt es zu jedem Icognito einen kleinen Text, der in Icognito Schrift geschrieben steht. Entschlüsselt man diesen, versteht man einen kleinen Hinweis bezüglich des Aufenthaltsortes des jeweiligen Exemplars. Doch leider sind nicht alle Hinweise gelungen. Einige sind wirklich sehr vage, so vage, dass die einfach besagen “dort an einem Baum”. Bei einem Gebiet, welches voller Bäume steht. Dies kann ein wenig nervig sein. Doch die meisten Hinweise sind ganz geschickt formuliert. Und die Grundidee bringt auch eine schöne kleine Abwechslung ins Abenteuer.

Doch dies ist noch nicht alles, was es zu erkunden gibt. Die Pokemon haben alle Eigenarten und unterschiedliche Persönlichkeiten, selbst innerhalb der selben Gattung. Während eine Pokemon Art an sich sehr scheu ist und normalerweise direkt davonläuft, wenn sie einem erblicken, so kann es sein, dass ein Artgenosse einem stattdessen plötzlich angreift oder ein anderes gar neugierig um einen herumspielt. Außerdem haben die Pokemon auch unterschiedliche Größen. Somit gibt es immer wieder mal kleine interessante Details zu entdecken. Auch wenn man dies leider noch nicht mit der Detailverliebtheit eines New Pokemon Snap, vergleichen kann. Es ist allerdings ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wer also keine Freude an den Pokedex Aufgaben hat, aber ein leidenschaftlicher Erkunder ist, der dürfte dennoch auf seine Kosten bei Pokemon Legenden: Arceus kommen. Dieser Punkt wird auch vom durchaus gelungenen Welt-Design, sowie der Funktion der Reittiere stark unterstützt. Außerdem ist es ein wirklich wundervolles Gefühl die Lebendigkeit der Welt zu spüren, in dem man die herumwuselnden Pokemon beobachtet oder entdeckt, wie sich Jubeldorf nach und nach erweitert und man dabei unterstützt, dass sich die Menschen und die Pokemon immer mehr annähern. Besonders, da die Charaktere auch sehr gelungen sind und jeder auf seine eigene Art charmant wirkt. Übrigens gibt es auch noch die Möglichkeit mit seinen Pokemon zu interagieren. Leider nicht sonderlich viel, doch zumindest kann man ein wenig mit ihnen reden, in dem man sie aus dem Pokeball hinauslässt und den A-Knopf betätigt. Daraufhin beugt man sich zu ihnen hin und kann mithilfe des A-,B-, sowie X-Knopfes unterschiedlich mit ihnen interagieren. Spaßeshalber hatte ich auch mal eine Sinbelbeere auf mein Pokemon geworfen, woraufhin es bewusstlos zu Boden ging. Ich weiß nicht, ob das Zufall war und gerade die Schlafanimation eingesetzt hat, oder ob es mit der Sinelbeere zu tun hatte aber es war ein witziger Moment. Ach ja und ihr könnt auch einfach euer ganzes Pokemon Team auf einen Haufen hinauslassen und sie beobachten, wie sie miteinander interagieren. Schöne spaßige Ansätze, wo man sich noch mehr Möglichkeiten wünschen würde und sehnsüchtig an das schöne Feature PokeMonAmi zurück denkt.

 

 

Elite oder Gesindel?

Überraschenderweise wissen sogar die Nebenaufgaben im Großen und Ganzen zu überzeugen. Bei Pokemon würde man sicherlich hauptsächlich simple repetitive “Fang Pokemon X” Aufgaben erwarten. Doch am Ende hat man es tatsächlich geschafft eine schöne Vielfalt einzubauen, passend zum Thema “Erforschung der Pokemon” und dem “zusammenbringen von Mensch und Pokemon”. So gibt es einige Nebenaufgaben, die mir noch immer positiv im Gedächtnis geblieben sind, weswegen ich die Nebenaufgaben als durchaus lohnenswert bezeichnen würde, auch wenn natürlich auch hier noch viel Luft nach oben ist. Gerade bei ein, zwei bestimmten Aufgaben hätte ich mir noch ein größeres Nachspiel gewünscht.

Dagegen steht der Soundtrack des Spieles im herben Kontrast. So weiß dieser normalerweise zwar zu überzeugen bei den sonstigen Pokemon Spielen, doch diesmal reichte es allerdings nicht  um als “gelungen Soundtrack” betitelt zu werden. Während zu Beginn noch alles ok klingt und auch das eine oder andere schöne Lied dabei ist, so wird einem spätesten im zweiten Gebiet klar, wie schlecht die Musik teilweise auf die Gebiete abgestimmt ist. Die Musik weiß leider eher selten die Szenerie geschickt zu untermalen und beißt sich meist eher mit dem, was man vor sich sieht. Es wirkt schon eher etwas zufällig, wie die Musik gewählt wurde. Daher würde ich tatsächlich behaupten, dass uns bei Pokemon Legenden: Arceus der schlechteste Soundtrack in der Pokemon Geschichte vorliegt.

Dass das Spiel dazu auch grafisch unter seinen Möglichkeiten bleibt, dazu brauche ich denke ich nicht viel sagen. Immerhin wurde dieser Punkt bereits im Vorfeld im Internet breitgetreten. Doch kann man zumindest sagen, dass es nicht so schlimm ist, wie es im Vorfeld dargestellt wurde. Man merkt allerdings, dass Game Freak einfach im Grunde immer noch “Handheld Entwickler” sind und noch immer nicht den Sprung zur “Heimkonsole” geschafft haben. Auf einem reinen Handheld, würde Pokemon Legenden: Arceus wohl wirklich gut aussehen. Aber auf einem Hybrid, wie der Switch, wäre definitiv mehr drin gewesen. Dennoch handelt es sich bei Pokemon Legenden: Arceus um kein hässliches Spiel, da es durchaus seine schönen Momente hat und viel durch das Welt-Design kaschieren kann. Etwas seltsam ist es nur, dass die Charaktermodelle, sowie auch die Fahnen im Spiel erheblich besser aussehen, als die restlichen Texturen. Somit wirkt das Ganze leider auch nicht, wie aus einem Guss.

Dafür verfügen die Charaktere über wirklich sehr charmante, teils witzig und größtenteils liebenswerte Animationen und Gesichtsausdrücke.

Doch gibt es leider noch so einige weitere negativen Aspekte im Spiel, die erheblich wichtiger sind, als die unbedeutende Grafik.

Sei es dabei die etwas sinnlose “Sprintfunktion”, bei der man gefühlt nur 5 Schritte sprintet, bevor man außer Atem ist und wieder normal läuft, wobei man beim erneuten Spring sogar nur noch zwei Schritte sprintet, was die gesamte Funktion ad Absurdum führt. Oder, dass die Kamera sich teilweise ein wenig festhakt, besonders auf einem der Reittieren, bei dem sich die Kamera gerne mal plötzlich in die andere Richtung dreht.

Außerdem bleibt man sich dem Zeitalter nicht immer ganz treu. So schön es auch ist, dass viele Anspielungen auf andere Regionen drin sind, so macht es einfach keinen Sinn, wenn die Bewohner davon sprechen, wie Pokemon und Menschen im Einklang in ihrer Heimat leben, während sie hier in Hisui totale Angst vor Pokemon haben und ständig betonen, wie gefährlich und furchteinflößend Pokemon sind. Außerdem scheint die Hisui Region wohl die einzige zu sein, die sich im Laufe der Zeit auch nur irgendwie verändert hat, da alle anderen Regionen zu der damaligen Zeit genau gleich, wie man sie aus der Zukunft kennt, zu sein scheinen. Hier passen die Erzählungen einfach nicht zusammen, was wirklich schade ist, da ich wirklich gehofft habe auch etwas über die Unterschiede der anderen Regionen zur damaligen Zeit zu erfahren.

Dann wären auch noch die “ach so seltenen” Elite-Pokemon. Dabei handelt es sich um besonders starke und besonders großgewachsene Exemplare ihrer Art, die man an ihren roten Augen erkennen kann. Sehr selten sollen die sein… So selten, dass man quasi alle paar Meter über einen stolpern kann. Außerdem respawnen die sogar endlos oft, wenn man die fängt oder besiegt. Von “selten” kann man daher leider wirklich nicht sprechen, was wirklich schade ist, da sie an sich sehr cool sind, doch so einfach enorm an Wert verlieren. Besonders auch, da sie als Gegner tatsächlich besonders stark sind, doch sobald man sie fängt, sie unvorstellbar schwach werden. Als kleines Beispiel: Ich habe ein Elite-Exemplar gefangen und im Team gehabt, zusammen mit seiner Vorstufe, die kein Elite-Exemplar war. Während das Elite-Exemplar bei jedem Windhauch umfiel, besiegte die Vorstufe dieselben Gegner relativ souverän. Und das obwohl auch noch gut 20 Level Unterschied zwischen den beiden Exemplaren lagen. Das Elite-Exemplar ist daher auch irgendwann aus meinem Team geflogen, auch wenn ich es sehr mochte.

Und diese ungleiche Behandlung, wird dem Spieler allgemein immer wieder zuteil werden. So werden Gegner leider allgemein bevorteilt im Spiel. Sei es durch die Angriffsreihenfolge, bei der Gegner nach einer Tempo-Technik immer, ohne Ausnahme, nochmal rankommen, während man selbst nach drei Tempo-Techniken hintereinander von Glück sprechen kann, wenn man dann doch mal noch ein weiteres Mal angreifen darf. Oder allgemein das Balancing. Die Level wirken dadurch oft, als wären sie reine Dekoration. Selbst mit einem Pokemon auf Level 30-40, kann man noch mit einem Schlag von einem Level 2 Pokemon besiegt werden, während man es selber zweimal angreifen muss. Allerdings muss ich fairerweise auch erwähnen, dass dies eher die Ausnahme ist, dass man von so einem eigentlich schwachen Pokemon mit einem Schlag besiegt wird. Dennoch bemerkt man schon, wie man selber stets etwas benachteiligt wird. Besonders offensichtlich wird es bei Kämpfen gegen mehreren Pokemon. Selbst gegnerische Trainer können bis zu drei Pokemon gleichzeitig einsetzen. Doch man selber darf selbst dann nur ein einziges gleichzeitig einsetzen. Warum auch immer…

Daraus dürfte auch ersichtlich werden, dass das Balancing leider auch eher eine Schwäche des Spieles ist.

Zu guter Letzt kommen wir zum wohl schlechtesten Aspekt in Pokemon Legenden: Arceus: Die Bosskämpfe! Jap, richtig gehört! Es gibt Bosskämpfe in einem Pokemon Spiel! Ich schätze man wollte sich hier ein wenig von Monster Hunter inspirieren lassen, doch leider ist man dabei komplett gescheitert. Die Bosskämpfe laufen nämlich alle gleich ab. Der Gegner hat eine Leiste, die nur sehr langsam abnimmt und man selber muss seinen Angriffen ausweichen und diesen mit einem Beutel voller “Ruhegaben” bewerfen. Sobald die Leiste geleert ist, hat man gewonnen. Klingt langweilig? Ist es auch. Zumal die Leiste wirklich sehr langsam abnimmt und das Ausweichen nicht mal immer richtig funktioniert. Diese Kämpfe fühlen sich einfach nur zäh und nervig an. Da hilft es auch nicht, dass man ab und an die Chance bekommt, dass der Gegner ins Schwanken gerät, wobei man mit dem eigenen Pokemon gegen es in den Kampf ziehen kann. Denn wenn man es dort im richtigen Kampf besiegt, schwankt es einfach nur etwas länger, damit man öfters den Beutel auf es werfen kann. Warum man nicht dabei einen großen Teil der Leiste leert, weiß wahrscheinlich nicht mal Game Freak selber, denn anscheinend bemerkte man, dass die Kämpfe komplett missraten sind und integrierte eine Funktion, bei der man, sobald man besiegt wurde, mit einer geleerteren Anzeige wieder einsteigen kann. Somit kann man die Kämpfe quasi ein wenig “überspringen” bzw. es ist nicht so wild sich dadurch zu quälen. Zum Glück. Denn so gut und spannend die Grundidee selber auch sein mag, vor Allem macht es beim Setting und der Geschichte schon sinn, zur Umsetzung kann man nur sagen… Setzen. Sechs.

 

 

Infos, Fazit und Wertung auf Seite 2

Autor:Weir D. Cris

Hallo ich bin ein Blubb. Und Blubbs mögen Spiele. Ich spiele Spiele also bin ich ein Blubb! Ab und zu schreibe ich sogar über Spiele! Das macht mich zu einem Oberblubb mit Händen! Möge der Blubb mit euch sein!

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