Review: Stellaris Konsolen Version PS4 + DLC’s

Vorwort

Hört man als Konsolenspieler in den letzten Jahren den Namen Paradox Interactive, ist eines ziemlich klar. Ein weiteres Spiel, das eigentlich nur auf dem PC erschienen ist, kommt für PS4 und Xbox One. So war es auch zuletzt im Januar mit dem erfolgreichen Spiel Stellaris. Einem Aufbau-Echtzeit-Strategie Spiel, dass es einem erlaubt eine ganze Galaxie zu bevölkern. Die Freude darüber war groß und nun kam ich auch in den Genuss das Spiel spielen zu dürfen. Eigentlich ist das Spiel so groß und hat so viele Dinge auf die man achten muss, dass es kaum möglich ist in einem Review alles genau unter die Lupe zu nehmen, ohne dass es zu lang bzw. zu langweilig wird. Somit beschränke ich mich in diesem Review auf die wichtigsten Punkte.

Maus Vs. Gamepad

Immer wieder liest man, das sich Leute fragen wie es sich Konsolenspieler nur antun können, Strategiespiele, die für PC optimiert sind, an der Konsole mit dem Gamepad zu spielen. Das ist gar nicht mal so umständlich wie Manche meinen. Schon damals habe ich Jurassic Park Genesis auf der PS 2 mit dem Gamepad gespielt, oder Command & Conquer auf der PS1. Natürlich, die Steuerung mag vielleicht etwas langsamer sein, dennoch funktioniert alles wunderbar. Jedenfalls wenn die Entwickler das Ganze entsprechend angehen. Oft werden auch Ringmenüs genutzt, wie z.B. bei Railyway Empire für Konsole, oder auch bei Citys Skylines. In Stellaris ist das ganze sehr einfach und komfortabel gelöst und das ganz ohne Ringmenü. Die Befehls- und Infoleisten befinden sich links, rechts, oben und die Warnungsleiste unten. Um dorthin zu kommen reicht ein Druck auf das Steuerkreuz in die jeweilige Richtung, ganz einfach. In den Menüs navigiert man ebenfalls mit dem Steuerkreuz und Befehle führt man ganz einfach über die Gamepadtasten aus. Es gibt ein Spiel, da musste man sich etwas dran gewöhnen, Surviving Mars genannt. Dort waren bestimmte Funktionen etwas umständlich zu erreichen, doch auch das hatte man nach einer Eingewöhnungszeit von zwei bis drei Stunden in den Fingern. Im Fall von Stellaris kann sich jedenfalls kein Konsolenspieler beschweren. Top!

Warum gibt es nie Maus und Tastatur Unterstützung? Dazu habe ich vor einer längeren Zeit bei einem Spiele Studio nachgefragt und mir wurde gesagt, dass dies ein weiterer Kostenpunkt ist, weil dies extra programmiert werden müsste für Konsolen. Insofern ist es ein nachvollziehbarer Schritt, da Spiele wie Stellaris zwar sehr gut sind, aber dennoch kein Budget eines Final Fantasy VII Remakes haben.

Im All hört dich niemand schreien

Bevor das Spiel überhaupt anfängt, bekommt der Spieler die Möglichkeit entweder ein vorgefertigtes Volk zu wählen, oder er erstellt sein eigenes (Multiplayer ist auch möglich). Von Eigenschaften, Staatsform bis hin zum Schiffsdesign gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten sich frei zu entfalten. Ist dieser Schritt erledigt, geht es an die Spieleinstellungen. Ihr wollt eine große Galaxie? Kein Problem, ihr wollt euch gleich mit 3 KI Gegnern ins Getümmel stürzen? Auch kein Problem. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings so eine Sache, denn auf „Normal“ wird das Spiel mit der Zeit dennoch sehr schwer. Den Modus „Leicht“ gibt es nicht.

Alles erledigt? Sehr gut. Gestartet wird in einem kleinen Sonnensystem, irgendwo in der Galaxie. Habt ihr die Erde gewählt, dann sind euch die umliegenden Planeten schon mal bekannt. Von nun an werdet ihr ins kalte Wasser geworfen. Es mag ein Tutorial geben, das einem auch die ersten Schritte näher bringt, doch nach einer kurzen Zeit stört es nur und die Dinge die es gilt später wirklich zu wissen, werden einem nicht gut erklärt. Eure Aufgabe ist in der Theorie simple, in der Praxis auch, doch das Spiel zu meistern ist eine Mammutaufgabe. Als erstes erforscht ihr euer Sonnensystem um Ressourcen zu finden, bei welchen ihr Bergbau betreibt. Im nächsten Schritt kümmert ihr euch um euren Heimatplaneten und baut diesen so aus, dass ihr genug Strom, Nahrung, Materialien usw. produzieren könnt, denn ihr werdet früher oder später merken, genug ist noch zu wenig. Im Prinzip ist das eure primäre Aufgabe. Nach einigen Stunden und viel ausprobieren ist es möglich eine ordentliche Anzahl an Planeten und Ressourcen vorzuweisen. In dieser Zeit werdet ihr auch alles mögliche erforschen, die Liste scheint selbst bei meinem aktuellem Spielstand von gut 25 Stunden immer noch endlos zu sein.

Genau so wichtig ist es, die von euch eingestellten Anführer für Planeten / Sektoren, Forscher, Kriegsflotten usw. .Jede dieser wichtigen Personen kann bis Stufe 5 Aufsteigen, wodurch die jeweilige Leistung erhöht wird. Doch bekanntlich lebt niemand ewig und so sterben sie euch oft im Alter von 75 – 85 Jahren einfach weg. Die Lebenspanne könnt ihr mit der Zeit durch Forschung erhöhen. Leute einzustellen ist somit wichtig und ein Bestandteil des Gameplays. Wird vergessen jemanden nach seinem Ableben zu ersetzten, darf sich auch nicht gewundert werden, wenn auf einmal die eigene Flotte schwächer ist als vorher.

You are not alone

Bereits am Anfang ist es möglich die ersten kleinen Schiffe zu bauen. Durch das Erforschen schaltet man sich mit der Zeit größere Raumhäfen frei und kann so irgendwann mächtige Schlachtschiffe bauen. Das ist auch bitter nötig. Nach einer Weile werdet ihr auf Alienrassen treffen, die euch leider oft weit überlegen sind. Z.B. hatte ich relativ am Anfang noch eine Flotte mit einer Angriffskraft von ca. 2000, während mein neuer Nachbar mit einem Wert von 10000 um die Ecke kam. Genau hier liegt ein großes Problem in Stellaris. Bisher war es mir nicht ein mal möglich auch nur eine KI zu besiegen, in keiner Runde. Der Feind war bzw. ist immer doppelt so stark wie ich. Ist der Nachbar so stark, hilft zum Schutz oft nur Diplomatie, doch auch hier bekommt man nicht immer die Optionen, die gerade nötig wären. Das liegt mit unter am eigenem Spielstil. Es gibt für Frieden so einige Anforderungen, so das man gezwungen ist die Füße still zu halten. Wird einem dann doch der Krieg erklärt, sieht das ganze aus wie David gegen Goliath. Es ist durchaus möglich, das ich in meiner Spielzeit Fehler gemacht habe. Das Spiel ist so aufgebaut wie alle in diesem Genre, Stichwort: „Trial and Error“. So kommt es vor, dass viele Schlachten verloren werden, was wiederum zu großen Verlusten führt und  zu einem weiteren Neustart führt. Kämpfen in Stellaris ist für mich aktuell noch ein Rätsel. Das ist allerdings auch alles Andere als tragisch, schließlich sind solche Spiele darauf ausgelegt jede Runde mehr zu lernen und zu verstehen. Zeit sollte allerdings jeder mitbringen und davon sehr viel.

Hier ist wohl auch wieder Forschung das Stichwort. Ihr werden mit der Zeit immer bessere Schilde, Waffen, Antriebe usw. erforschen und eure Schiffe neu ausrüsten. Das ist sehr einfach gemacht und hilft eine Menge. Etwas dem Schicksal ist man dennoch überlassen. Wann welche neue Forschungsmöglichkeit erscheint ist Zufall. Wer Surviving Mars gespielt hat, weiß somit in etwa wie das abläuft.

Gut Ding will Weile

Durch die DLC’s die es bisher gab kam so einiges hinzu. Dazu zählt zum Beispiel ein kleines Handelssystem, in der Galaxie auftauchende Riesen Monster aus anderen Dimensionen, welche aus Schwarzen Löchern heraus schauen, Wunder (z.B. größere Bauwerke) usw. Der Utopia DLC bringt dagegen etwas ganz besonderes. Dazu gehört die Dyson Sphäre, wodurch es möglich ist eine ganze Sonne als Energie zu nutzen. Wer also schon mal Reportagen geschaut hat, der wird das Prinzip kennen. Doch bis man zu solchen Megabauwerken kommt, ihr werdet es erahnen, vergeht sehr viel Zeit. Das ist auch okay, dennoch ist es ein langer Weg. Wenn es ganz blöd läuft, ist man bereits Game Over, bevor eines dieser Megabauwerke gebaut wurde. Wir reden hier nicht von einer Gesamtspielzeit von 8 Stunden, sondern vielmehr von 30 Stunden und mehr. Allgemein ist es ratsam sich immer wieder Speicherstände anzulegen. Es kommt immer wieder mal vor, dass einem Fehler unterlaufen. Es wird zwar alle paar Minuten automatisch gespeichert, doch es ist einfacher selbst den letzten wichtigen Save zu bestimmen.

Doch was muss dazu überhaupt getan werden, wenn eine Dyson Sphäre gebaut werden soll? Neben der regulären Forschung gibt es noch die Traditionen. Dabei handelt es sich im Prinzip um sieben verschiedene Skill-Bäume, mit jeweils ein paar nützlichen Skills. Darunter befindet sich z.B. der Baum für Vorherrschaft. Habt ihr diese Kategorie komplett erforscht, bekommt ihr einen Feuerraten Bonus von +15%. Zuerst solltet ihr euch für Ausbreitung entscheiden. Dort ist ein Skill der die Traditionskosten auf -33% bringt. Das hilft euch sehr bei der Erforschung, denn auch die Traditionen benötigen viele Monate bis sie fertig sind. Habt ihr insgesamt 3 Kategorien fertig, ist es möglich die bereits genannte Sphäre zu bauen.

DLC

Wie erwählt gibt es bisher mehrere DLC’s für die Konsolenversion und Weitere sollen folgen. Hier nochmal ein schneller Überblick der bisher erschienen DLC’s:

Stellaris: Plantoids Species Pack

Produktbeschreibung:

  • 15 neue Speziesporträts (kosmetisch)
  • Neue Vorlagen für zivile und militärische Schiffe
  • Neue Städtegrafik

Quelle: Playstation Store

„Dieser DLC kostet aktuell 7,99 Euro. Wer wirklich großer Fan vom Spiel geworden ist, kann sich die kleine Erweiterung schon mal gönnen. Viel erwarten sollte man allerdings nicht. Es handelt sich wirklich mehr um ein paar Gimicks.“

Stellaris: Leviathans Story Pack

Produktbeschreibung:

Der Weltraum ist großartig in seiner dunklen Tiefe, doch er will nicht alle seine Geheimnisse preisgeben. Wilde Kreaturen verteidigen ihre prächtigen Systeme, feindliche Zellen des Widerstands gegen deine Zivilisation. Und dann gibt es noch die schlafenden Giganten des Universums.

WÄCHTER
Mächtige Weltraumwesen mysteriösen Ursprungs und mit genau so mysteriösen Absichten. Bekämpfe oder erforsche sie, um Technologien freizuschalten und Zugang zu fantastischen Schätzen zu erhalten

ENKLAVEN
Unabhängige geschäftswillige Handels- und Künstleraußenposten. Tausche Ressourcen und erwerbe Informationen über die Galaxie oder gib ein großartiges Kunstwerk für dein Imperium in Auftrag.

KRIEG DER HIMMEL
Wie verhält sich dein junges Imperium, wenn zwei uralte gefallene Imperien ihren alten Groll gegeneinander in einem Krieg der Himmel erneuern? Wirst du sichergehen und dich auf die stärkere Seite stellen oder beide Parteien attackieren, während sie durch ihren titanischen Kampf abgelenkt sind?

Quelle: Playstation Store

„Dieser DLC lohnt sich für 9,99 Euro schon mehr. Spielt man ohne ihn, fehlen die Inhalte einfach. Ist er gekauft und installiert, fühlt es sich an als wäre er von Anfang an dabei gewesen. Dieser DLC fügt sich gut ins Spiel ein, auch wenn einiges davon erst mit der Zeit zum Vorschein kommt.“

Stellaris: Utopia

Produktbeschreibung:

Utopia ist die erste große Erweiterung von Stellaris, dem gefeierten Scifi-Globalstrategiespiel von Paradox Development Studio. Wie der Titel suggeriert, bietet Utopia dir die Werkzeuge, um dein galaktisches Imperium zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass dein Volk (bzw. Vogelvolk oder sprechende Pilze) glücklich ist. Lass deine Spezies mit neuen Boni für schnelle Erforschung die Galaxie erkunden oder bleib, wo du bist, bis du dich gegen alle Angreifer durchsetzen musst, die dich herausfordern wollen.

Quelle: Playstation Store

„Der Aktuelle und neuste DLC Utopia für 19,99 Euro bringt verstärkt Endgamecontent. Für Diesen ist es auch nötig viel Zeit in das Spiel zu investieren und es sollte bereits viel Erfahrung gesammelt worden sein um die Megakonstruktionen zu erreichen.“

Gameplay Video

In diesem Video habe ich meinen letzten Spielstand zusammen gefasst. Es mag ein paar Minuten gehen, doch so bekommt ihr einen kleinen Eindruck vom Spiel.

Ihr wollt das Spiel nun kaufen? Das könnt ihr im Playstation Store und habt mehrere Optionen zur Verfügung, eine Retail Version gibt es nicht.

Ich möchte mich bei diesem Test herzlich bei gaertner pr bedanken, die mir das Spiel freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

FAZIT

„Stellaris gehört zu den Top Spielen im Strategie Genre und verlangt dem Spieler einiges an Können und Durchhaltevermögen ab. Auch ist es keine Seltenheit, dass ein Spiel komplett von vorne begonnen werden muss (Trial and Error). Das ist in diesem Fall keine Kritik, sondern ein typisches Element der Spiele. Ich hatte sehr viel Spaß mit Stellaris für Konsole und hoffe sehr, dass auch Battletech den Weg auf PS4 und Xbox One finden wird. Allerdings ist das Spiel für Neueinsteiger bzw. Gelegenheitsspieler eventuell etwas zu schwer / zu zeitaufwendig. Wer Stellaris spielen will, der muss auch Zeit mit bringen.“

Unter MEINUNG zu gibt es wie immer noch ein paar Worte zum Spiel.

POSITIVNEGATIV
🔵 Lange Spielzeit🔴 KI auch auf Normal sehr schwer zu besiegen
🔵 Deutsche Texte🔴 Gelegentliche Ruckler
🔵 Entdeckungsdrang wird geweckt🔴 Einstig für Neulinge schwer
🔵 Viel Mikromanagement🔴 Tutorial nur bedingt zu empfehlen
🔵 Top Gamepad Anpassung
🔵 Spielzeit: Unendlich

WERTUNG
The Red Pad vergibt Stellaris Konsolen Version PS4 + DLC’s 4 von 5 Gamepads (80%)

*So bewertet The Red Pad

Autor:Peter

Hier und da treibe ich ein wenig mein Unwesen im Netz. Mal auf meinem kleinen privaten Blog, dem ihr mir auf Twitter und Facebook auch gerne folgen könnt (www.theredpad.de), mal bei FFDojo, oder in Ausnahmefällen auch auf Nintendojo. Früher war ich auch bei Spielemagazin.de. Videospiele gehören einfach zu mir, da kann kommen was will^^.

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