Review: Port Royal 4 PC

Willkommen Kapitäne! Ihr wollt in den Urlaub, könnt es aber aufgrund der aktuellen Lage in der Welt nicht? Kein Problem, mit Port Royal 4 könnt ihr Urlaub in der Karibik machen, oder doch nicht? Nun, Port Royal 4 ist ein weiteres Wirtschafts-Simulations Spiel aus dem Hause Gaming Minds Studios, einem Studio von Kalypso Media. Jene, die zuletzt für Railway Empire verantwortlich gewesen sind und hier ist auch schon der Hund begraben. Positiv, wie negativ. Wer noch nie solche Spiele gespielt hat, der sollte sich das Review dazu doch einfach mal durchlesen. Ich muss dazu anmerken, das ich von Gaming Minds bisher nur Railway Empire gespielt habe und somit keinen Bezug zu den vorherigen Port Royal Spielen habe. Somit werden Vergleiche, die unausweichlich sein werden, sich auf Railway Empire beziehen.

Für wen ist das Spiel geeignet?

In Port Royal geht es in erster Linie um den Handel zwischen den verschiedenen Städten, die euch in den bis zu vier Kampagnen zur Verfügung stehen. Allerdings könnt ihr nicht frei wählen, mit welcher Nation ihr beginnt. Ihr startet mit den Spaniern und schaltet so nach und nach die anderen Nationen, England, Frankreich und die Niederlanden, frei. Wer dieses Spiel spielen will, benötigt viel Zeit und ein gutes Nervenkostüm, doch dazu später mehr. An und für sich ist Port Royal etwas für Spieler, die gerne die Kontrolle über Ein- und Verkauf haben. Denn anders als in Railway Empire müsst ihr hier die Waren kaufen und bekommt sie nicht einfach auf euer Schiff geladen, um sie dann zum Ziel zu bringen. Also müsst ihr stets ein Auge auf eure Routen haben. Wer also nicht den nächsten Ego-Shooter spielen möchte, sondern lieber wirtschaftet, der ist im Grunde bei Port Royal 4 genau richtig.

Aller Anfang ist schwer

Wie startet das Spiel? Für Neulinge, sehr unübersichtlich. Veteranen werden sich direkt vertraut fühlen. Was macht ihr aber, wenn ihr so ein Spiel zum ersten Mal spielt? Genau, ihr spielt erstmal die Tutorials. Etwas was man in den wenigstens Spielen machen möchte, doch hier muss man es schon fast, denn während der Kampagne wird einem nicht wirklich etwas erklärt. Startet ihr einfach darauf los, wisst ihr vielleicht nicht mal was ihr überhaupt anklicken müsst. Deshalb, spielt erst das Tutorial. Es ist zwar schnell gespielt, dennoch bekommt ihr so alle wichtigen Schritte erklärt. Es ist auch keine Schande das eine oder andere Tutorial zweimal zu spielen. Denn die Informations-Flut ist beachtlich.

Habt ihr das Tutorial hinter euch und fühlt euch bereit die Kampagne zu starten, müsst ihr euch erst einmal eine von mehreren Spielfiguren aussuchen, welche jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Z.B. müsst ihr mit einer Figur keine Handelslizenzen erwerben, welche im Spiel pro Stadt immerhin 10.000 Gold kosten. Ich würde diese somit auch empfehlen, es erleichtert euch den Start sehr.

Ist das auch erledigt, werdet ihr auch schon mit den ersten Aufgaben konfrontiert. Allgemein bekommt ihr immer wieder Aufgaben wie: „versorge Stadt XY mit den und den Waren“, „Baut vier Kaffeeplantagen”, “sorgt für Wohlstand und Einwohner“ usw. . Damit ihr das auch alles meistern könnt, müsst ihr Schiffe in Werften kaufen und einer Route zuweisen. Ihr schaut euch in einer Liste an, was Stadt A produziert und welche Stadt einen Mangel der Ware hat. Ihr schaut auf die Preise und beladet das Schiff mit der Ware. Damit werdet ihr die meiste Zeit beschäftigt sein. Natürlich geht das in alle Richtungen automatisch wie auch manuell, denn die Vielfalt an Waren, die ihr beladen könnt, ist groß. Dazu kommt, dass gleich mehrere Städte angefahren werden können. Somit empfiehlt es sich auf automatisch zu stellen, denn seien wir ehrlich, wenn ihr 20 Schiffe los geschickt habt, dann blickt man kaum noch durch wer was wohin liefert.

Segelt mit dem Strom

Ein interessantes Feature ist die Strömungsrichtung. Natürlich fahren eure Schiffe nicht einfach so umher. Jede Route könnt ihr selbst ausrichten und da kommt die Strömung zur Geltung. Ihr solltet am besten eure Routen so legen, dass ihr in Stromrichtung fahrt, denn das spart euch Zeit und Zeit ist hier leider Gold. Doch ihr müsst aufpassen, denn es gibt auch rote Zonen, in denen z.B. Stürme herrschen können. Diese beschädigen natürlich eure Schiffe und das bedeutet teure Reparaturen.

Wir haben doch keine Zeit!

Seid ihr erstmal soweit drin im Spiel, werdet ihr irgendwann merken, dass die Zeit euer größter Feind ist. Ihr kennt Railway Empire und auch dort hattet ihr in den Szenarien auf Normal und Schwer eure Probleme? Tja, dann muss ich euch leider sagen, hier kann es noch schwerer werden, so schwer, dass ich nicht mal die spanische Kampagne beenden konnte, trotz mehrerer Anläufe und unzähligen Speicherungen. Ich weiß nicht, ob es an meiner Spielweise liegt, oder ob ich irgendwann einfach den Überblick verloren habe, aber ich kam irgendwann an einen Punkt, da konnte ich einfach nicht hinterherkommen die Ziele zu erfüllen. Besonders, weil ab einem gewissen Punkt ein Gegner dazu kam und die Städte leer kaufte. Das führte dazu, dass die Stadt, in der ich 6000 Einwohner haben sollte dauernd unzufrieden war, weswegen die Einwohnerzahl nicht stieg und der Gegner zudem recht stark war. Spätestens hier sieht man, ob man gut wirtschaften kann. Mein Problem war, dass ich irgendwo einen Fehler in meinen Routen hatte. In einer Sekunde war ich mit 56.000 Gold im Plus, in der nächsten Sekunde mit 3000 Gold im Minus. Das machte die Sache natürlich erheblich schwerer.

Auf in die Schlacht

Früher oder später werdet ihr mit der KI konfrontiert. Sie will natürlich genauso Waren vertreiben wie ihr und das stellt euch vor ein weiteres Problem. Also was müsst ihr machen? Euren Gegenspieler angreifen, doch auch das ist nicht wirklich einfach. Euer Gegenspieler kommt meistens mit einer Flotte von Schiffen und dem müsst ihr euch in rundenbasierten Kämpfen stellen. Also braucht ihr gar nicht erst angreifen, wenn eure Kriegsflotte nicht groß genug ist. Stellt ihr euch dem Kampf, stellt ihr eure Schiffe nach und nach in Position und feuert auf den Feind. Das Ganze kann eine ganze Weile dauern, doch habt ihr es geschafft, erhaltet ihr sogar ein paar Belohnungen.

Muss alles immer schwer sein?

Wie schon Railway Empire, ist auch Port Royal 4 alles andere als leicht. Dazu kommt, dass es nicht möglich ist die Kampagne auf Leicht, Normal, oder Schwer zu stellen. Ihr seid also der Einstellung der Entwickler ausgeliefert. Oft wären schon 1 – 2 Jahre Spielzeit mehr ausreichend bzw. wenn man mehr für seine Waren bekommen würde. Denn wie in Railway Empire ist das Erfüllen der Ziele oft eine sehr knappe Kiste. Zum Teil zu knapp. Besonders Neulinge werden oft fluchen und das Spiel vielleicht sogar aus Frust abbrechen. Ich musste irgendwann aufgeben, denn ich wollte schließlich ein paar Zeilen zu dem Spiel schreiben. Ich versetze mich allerdings immer in die Lage von Spielern, die nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommen, ein etwas entspanntes Spiel spielen möchten und dann von Port Royal 4 vor den Kopf gestoßen werden. Als wäre der Tag nicht schon anstrengend oder stressig genug gewesen, so gehts in Port Royal 4 gleich weiter. Denn selbst wenn ihr weit kommt, sobald ihr einen Punkt erreicht, an dem ihr die Ziele einfach nicht erfüllen könnt (weil ihr vielleicht nicht wisst wie), weil ihr zuvor was anders gemacht habt, da ihr die nächsten Ziele ja nicht kanntet, kommt schnell Frust auf. Denn nicht selten sind eure Stunden langer Vorarbeit an dem Punkt für die Katz. Erfüllt ihr ein Ziel nicht, ist das Spiel vorbei. Deswegen meine Bitte an Gaming Minds: Einen leichten Modus für die nächsten Spiele wäre keine Schande. Auch die Szenarien in Railway waren sehr frustrierend, aufgrund des oft vorgegebenen Schwierigkeitsgrades. Lasst die Spieler doch selbst entscheiden, wie sie spielen wollen. Spiele müssen nicht zwingend schwer sein, nur damit sie lange dauern, es sei denn es sind Souls-Like Spiele, die dafür gemacht sind schwer zu sein. Die Sache ist nämlich, Port Royal 4 ist ein sehr gutes Spiel geworden und so lange es gut läuft, macht es auch sehr viel Spaß.

Keine Schwierigkeitsgrad Einstellung vorhanden.

Fazit und Wertung auf Seite 2

Autor:Peter

Hier und da treibe ich ein wenig mein Unwesen im Netz. Mal auf meinem kleinen privaten Blog, dem ihr mir auf Twitter und Facebook auch gerne folgen könnt (www.theredpad.de), mal bei FFDojo, oder in Ausnahmefällen auch auf Nintendojo. Früher war ich auch bei Spielemagazin.de. Videospiele gehören einfach zu mir, da kann kommen was will^^.

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