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SteelSeries plant Luxus-Headset: Warum der hohe Preis allein noch keine Qualität garantiert

GameStar stellt in seiner Überschrift ein offenbar noch teureres Gaming-Headset von SteelSeries in den Kontext einer 600-Euro-Tastatur von ASUS.

SteelSeries plant Luxus-Headset: Warum der hohe Preis allein noch keine Qualität garantiert

Der vorliegende Ausschnitt nennt für das SteelSeries-Modell jedoch weder Modellbezeichnung noch technische Details oder einen konkreten Preis – genug Stoff für eine Preisdebatte, zu wenig für eine belastbare Produktkritik. In einem anderen ausführlichen Hardware-Test berichtet Eurogamer vom kabellosen Audeze Maxwell 2 ANC, das mit herausragender Audioqualität, optimiertem Tragekomfort und wirksamer aktiver Geräuschunterdrückung für Konsole und PC überzeugt; diese Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Audeze, nicht auf SteelSeries.

Die Schlagzeile trägt noch kein Produkt

Die Überschrift behauptet im Kern: Nach der 600-Euro-Tastatur komme ein SteelSeries-Headset, das noch mehr kosten soll. Mehr lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht ableiten. Wer daraus bereits ein Urteil über Klang, Mikrofon, Verarbeitung oder die Sinnhaftigkeit des Kaufs ableitet, überliest die entscheidende Fußnote: Es fehlen überprüfbare Angaben. Ob der hohe Preis durch besondere Funktionen gerechtfertigt wäre, lässt sich nicht seriös beantworten.

Der Audeze-Test ist deshalb kein Beweis für die Qualität des SteelSeries-Modells, sondern ein nützlicher Gegenpol. Er zeigt, wie viel konkreter eine Kaufberatung wird, wenn sie nicht beim Preisschild stehen bleibt. Eurogamer vergleicht Maxwell 2 ANC mit Maxwell 2 ohne Geräuschunterdrückung und bezieht den Vorgänger ein. So wird sichtbar, welche Unterschiede die zweite Generation ausmachen – und wo der Käufer genauer hinsehen muss.

Der Audeze-Test liefert die Fakten

Der Befund ist ungewöhnlich konkret: Eurogamer beschreibt die Audioqualität als herausragend, den Tragekomfort als optimiert und die aktive Geräuschunterdrückung als wirksam. Der Test vergleicht Maxwell 2 ANC mit der Version ohne ANC und mit dem Vorgänger. Das ist die richtige Perspektive: Die zweite Generation muss als ganze Hardware bestehen, nicht nur mit einem neuen Kürzel auf der Verpackung.

Bei der Akkulaufzeit wird die Rechnung weniger komfortabel. Laut Herstellerangaben hält das Maxwell 2 etwa 80 Stunden, die ANC-Variante ohne ANC etwa 40 Stunden und mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung ungefähr 35 Stunden. Das 1,5 Meter lange USB-C-Kabel ist laut Test ausschließlich zum Laden gedacht. Auch bei der Bedienung bleibt eine kleine Reibung: Im Test gefiel die Stimme beim ersten Maxwell besser als die roboterhafte Ansage beim Zweier. Kein Beinbruch, aber ein typischer Fall von sehr guter Hardware mit einer unnötig nervigen Nebensache.

Die Plattformwahl ist ebenfalls kein Kleingedrucktes, das man getrost ignorieren kann. Maxwell 2 ist jeweils als Xbox- und PlayStation-Variante erhältlich. Die Xbox-Ausgabe enthält die Lizenz für die Dolby-Atmos-App unter Windows und auf Xbox; laut Test funktioniert sie inoffiziell auch an einer PS5. Die von Sony lizenzierte Ausgabe arbeitet dagegen ausschließlich mit der entsprechenden Konsole zusammen. Die PS5 beherrscht zwar Dolby Atmos, die App-Lizenz ist bei dieser Variante nicht enthalten. Trotzdem können Stereo-Headsets einschließlich der Xbox-Version den Tempest-Raumklang der PS5 hörbar machen.

Zum Lieferumfang gehören ein abnehmbares Mikrofon samt optionalem Pop-Filter, ein USB-C-Dongle, ein passender USB-A-Adapter, ein Analogkabel mit 3,5-Millimeter-Klinke und das kurze USB-C-Ladekabel. Für die Praxis zählt also nicht nur der große Name auf dem Karton, sondern die konkrete Kombination aus Plattform, Funkverbindung, Kabeln und Mikrofon.

Kaufkriterien, die der Preis nicht ersetzt

Die Reihenfolge ist absichtlich unspektakulär, aber sie verhindert, dass man sich vom Preis blenden lässt:

1. Plattform festlegen: Xbox oder PlayStation ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Variante und der enthaltenen Lizenz.

2. ANC und Akku gemeinsam prüfen: Wer die Geräuschunterdrückung dauerhaft nutzt, muss die kürzere Laufzeit einplanen.

3. Lieferumfang abgleichen: Dongle, Adapter, Analogkabel, Mikrofon und Ladekabel sollten zum eigenen Setup passen.

4. Audio, Komfort und ANC zusammen bewerten: Ein einzelnes Ausstattungsmerkmal macht noch kein gutes Gaming-Headset.

GameStars Überschrift liefert für SteelSeries bislang nur den Preisvergleich; Eurogamers Audeze-Test zeigt dagegen, wie ein belastbarer Vergleich aussehen kann. Mein Urteil: Das Maxwell 2 ANC ist für Käufer interessant, die Audioqualität, Tragekomfort und aktive Geräuschunterdrückung priorisieren und die kürzere ANC-Laufzeit in Kauf nehmen. Für SteelSeries bleibt ohne Modell, technische Daten oder Preis keine faire Empfehlung möglich. Die Preisgeste ist noch keine Produktkritik – und schon gar kein Qualitätsnachweis.