Tickets kaufen Hamburger Bahnhof: Welche Optionen lohnen sich?

Der Hamburger Bahnhof verlangt für den regulären Eintritt einen Preis, der sich im oberen Drittel dessen bewegt, was Berliner Museen gemeinhin aufrufen — und liefert im Gegenzug eine Sammlung zeitgenössischer Kunst, die diesen Preis argumentiert.

Tickets kaufen Hamburger Bahnhof: Welche Optionen lohnen sich?

Was die Sache jedoch kompliziert macht, ist nicht die Summe selbst, sondern das Geflecht aus Ermäßigungen, Pässen, Jubiläumsaktionen und einem kostenfreien Donnerstag, das sich über das Haus legt. Wer ohne Vorbereitung an die Kasse tritt, zahlt nicht zu viel im absoluten Sinne — er verschenkt schlicht die Struktur, die das Haus selbst bereitstellt, um den Zugang demokratisch zu staffeln.

Hamburger BahnhofBerlin

Tickets und Preise

Hamburger Bahnhof

4,3/5 · 300 BewertungenPreise geprüft am 28. August 2026Kurzfristig verfügbar

Offizielle Kasse und Online-Kauf

Erwachsene32 €
Ermäßigt16 €

Offizielle Website — smb.museum

Preise sind Richtwerte: den endgültigen Tarif und freie Termine zeigt die Partnerseite.Buchung über unseren Partner GetYourGuide

Das ist, mit Verlaub, die eigentlich pikante Pointe: Die Staatlichen Museen zu Berlin betreiben für den Hamburger Bahnhof ein Tarifsystem, das in seiner Verzweigung fast schon museumspädagogisch wirkt — nur eben nicht im Ausstellungsraum, sondern bereits im Ticketshop. Wer es versteht, besucht Beuys, Warhol, Kiefer und die Sammlung Marx für deutlich weniger als den Listenpreis. Wer es nicht versteht, zahlt. Punkt.

Direktbuchung und Vorverkauf: So sichern Sie sich den Zugang

Die naheliegende — und in den meisten Fällen empfehlenswerte — Eintrittspiste führt über den Online-Ticketshop der Staatlichen Museen zu Berlin. Tickets werden dort jeweils 28 Tage, also vier Wochen, im Voraus für den Vorverkauf freigeschaltet. Diese Frist klingt nach Marketing-Großzügigkeit, ist in der Praxis jedoch ein echtes Planungsinstrument: Sie verschiebt die Verfügbarkeit aus der Sphäre der Spontaneität in die Sphäre der bewussten Terminsetzung.

Der Hamburger Bahnhof ist, nüchtern betrachtet, ein Haus, das programmatisch auf Wechselausstellungen setzt. Während die Dauerausstellung rund um die Sammlung Marx und die historische Hauptkollektion einen verlässlichen Anker bildet, treten Sonderausstellungen mit raumgreifenden Installationen regelmäßig in den Vordergrund. Diese Ausstellungen stoßen erfahrungsgemäß auf ein Berliner Publikum, das bei begehrten Terminen nicht zimperlich ist. Wer erst am Eröffnungswochenende bucht, schaut unter Umständen in die Röhre — oder muss den Besuch auf einen weniger passenden Zeitraum verschieben.

Ich empfehle daher, den 28-Tage-Horizont als festes Zeitfenster in den eigenen Kalender einzubauen. Vier Wochen Vorlauf reichen, um einen Sonntag mit der Familie, einen Donnerstagabend im Art4All-Format oder einen ruhigeren Dienstagvormittag strategisch zu wählen. Gleichzeitig ist der Zeitraum kurz genug, dass die Planung nicht zur Projektmanagementübung ausartet.

Tickets für den Hamburger Bahnhof gibt es über den Online-Ticketshop der Staatlichen Museen, an der Museumskasse vor Ort und über autorisierte Vertriebskanäle. Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt auf der offiziellen Schiene.

Eine wichtige Nuance, die viele Besucher*innen übersehen: Das Vorverkaufsfenster ist nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern auch der Übersicht. Im offiziellen Shop sehen Sie, welche Zeitfenster tatsächlich buchbar sind und welche Ticketart zu Ihrem Besuch passt. Bei Drittanbietern ist dagegen nicht immer auf den ersten Blick klar, ob ein Ticket für den Hamburger Bahnhof, ein allgemeiner Museumspass oder ein Angebot mit zusätzlichen Bedingungen verkauft wird. Die Wahl des Vertriebswegs schlägt am Ende buchstäblich zu Buche — und sie kann darüber entscheiden, ob Sie mit einem passenden Zeitfenster oder mit einer unnötig komplizierten Buchung dastehen.

Wer spontan in Berlin unterwegs ist, kann die Museumskasse trotzdem als Option behalten. Für stark nachgefragte Sonderausstellungen ist die Online-Buchung jedoch die solidere Variante. Das gilt besonders dann, wenn der Museumsbesuch der zentrale Termin des Tages ist und nicht lediglich zwischen zwei anderen Programmpunkten stattfinden soll.

Preisstruktur und Ermäßigungen: Wer zahlt weniger?

Der Hamburger Bahnhof operiert mit einer dreistufigen Tarifstruktur: Vollpreis, ermäßigter Preis und freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das klingt zunächst nach Standard — ist es auch, insofern es das Grundgerüst betrifft. Interessant wird es bei der Frage, wer überhaupt ermäßigt wird und welchen Nachweis die Kasse sehen möchte.

Die Reduktion um die Hälfte des regulären Preises greift unter anderem für Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende, ALG-I-Empfänger*innen sowie Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 50 — jeweils gegen Nachweis. Die Ermäßigung hängt also nicht davon ab, ob jemand subjektiv wenig Zeit oder Geld für den Museumsbesuch hat, sondern an einem klar definierten Status. Genau deshalb sollten Besucher*innen den passenden Ausweis oder Bescheid dabeihaben.

Was die Ermäßigungsphilosophie des Hauses von der einiger Konkurrenz unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der sie den Nachweis einfordert. Ohne Studierendenausweis, Schwerbehindertenausweis oder den jeweils erforderlichen Sozialleistungs- beziehungsweise Statusnachweis gibt es an der Kasse keine Reduktion. Das ist bürokratisch, ja — aber es ist auch eine Aussage: Die Ermäßigung ist keine Gefälligkeit, sondern eine sozialpolitische Setzung. Wer sie in Anspruch nimmt, soll das belegen können.

Für die konkrete Besuchsplanung lohnt sich deshalb ein kurzer Abgleich:

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.
  • Schüler*innen, Auszubildende und Studierende zahlen bei entsprechendem Nachweis den ermäßigten Preis.
  • Freiwilligendienstleistende und ALG-I-Empfänger*innen können ebenfalls von der Ermäßigung profitieren, sofern der erforderliche Nachweis vorliegt.
  • Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 50 erhalten die Ermäßigung gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises.
  • Alle anderen erwachsenen Besucher*innen sollten zunächst prüfen, ob ein Museumspass, eine Jahreskarte oder ein kostenfreier Termin besser passt als das reguläre Einzelticket.
Wer unter 18 ist, zahlt nichts. Wer älter ist und einen der genannten Nachweise vorlegen kann, zahlt die Hälfte. Wer weder das eine noch das andere ist, zahlt den vollen Preis — und sollte weiterlesen, denn ab jetzt wird es strategisch interessant.

Die Preisfrage endet ohnehin nicht beim Einzelticket. Ein regulärer Eintritt kann für einen einmaligen Besuch vollkommen vernünftig sein, wenn Sie nur eine Ausstellung sehen möchten und keinen weiteren Museumsbesuch in Berlin planen. Er ist aber nicht automatisch die beste Wahl für Menschen, die mehrere Häuser besuchen, wiederkommen oder mit einer größeren Familie unterwegs sind.

Sparpotenziale durch Pässe und Jubiläumsaktionen

Die spannendste Frage im Hamburger Bahnhof ist nicht, was der Eintritt kostet — sondern wie man den Eintritt reduziert, ohne das Haus zu umgehen. Drei Wege führen strukturell ans Ziel: der Museumspass Berlin, die Jahreskarte der Staatlichen Museen zu Berlin und die aktuelle Jubiläumsaktion für Jahreskarteninhaber*innen.

Der Museumspass Berlin ist das naheliegende Instrument für Tourist*innen und Kurzbesucher*innen. Er gilt drei Tage lang, deckt die Dauerausstellungen von über 30 Berliner Museen ab und schließt die Staatlichen Museen zu Berlin — mithin den Hamburger Bahnhof — ausdrücklich ein. Für einen einzelnen Besuch wirkt der Pass überdimensioniert. Sobald der Museumsbesuch aber Teil eines größeren Berlin-Programms ist, verändert sich die Rechnung.

Wer innerhalb der drei Gültigkeitstage mehrere teilnehmende Museen besuchen möchte, kann den Pass sinnvoll einsetzen. Entscheidend ist die Nutzung, nicht die bloße Anschaffung: Für den isolierten Hamburger-Bahnhof-Besuch ist ein reguläres Ticket meist die klarere Lösung. Wer dagegen ohnehin zwischen mehreren Sammlungen und Ausstellungshäusern wechseln will, bekommt mit dem Museumspass ein Instrument, das die Einzeltickets bündelt.

Die Jahreskarte der Staatlichen Museen zu Berlin ist die ehrgeizigere Variante. Sie richtet sich an Berliner*innen, Wiederholungstäter*innen und alle, die den Museumsbesuch nicht als einmaligen Programmpunkt, sondern als regelmäßige Gewohnheit begreifen. Sie wird in den Stufen Basic, Classic und Classic Plus angeboten, mit wachsendem Leistungsumfang — von der freien Eintrittsberechtigung in Dauerausstellungen bis hin zur Nutzung weiterer Häuser und ergänzender Angebote.

Für die aktuelle Planung ist außerdem die Jubiläumsaktion relevant: Bis Ende April 2027 dürfen Inhaber*innen einer Jahreskarte eine Begleitperson kostenlos in den Hamburger Bahnhof mitnehmen. Die Freikarte wird an der Museumskasse ausgegeben. Das ist besonders interessant für Paare, Freund*innen oder Familien, bei denen eine Person bereits eine Jahreskarte besitzt.

Die Aktion macht aus einer Jahreskarte, die ansonsten vor allem für Vielfachbesucher*innen interessant ist, zeitweise ein deutlich flexibleres Modell. Sie kann auch für Menschen attraktiv werden, die regelmäßig mit wechselnden Begleitungen ins Museum gehen. Wer ohnehin eine Jahreskarte besitzt, sollte die Möglichkeit zur kostenlosen Begleitperson nicht als nebensächliches Detail behandeln. Sie verändert den praktischen Wert der Karte.

Ob sich der Kauf einer Jahreskarte für Sie lohnt, hängt trotzdem von der tatsächlichen Nutzung ab. Für zwei Besuche im Jahr kann sie bereits interessant werden; ob sie sich konkret rechnet, hängt vom gewählten Modell und den enthaltenen Leistungen ab. Wer nur einmal eine bestimmte Sonderausstellung sehen möchte, braucht dagegen keine Jahreskarte aus Prinzip.

Der Museumspass Berlin rechnet sich nicht wegen des Hamburger Bahnhofs allein, sondern wegen mehrerer Museen in kurzer Folge. Die Jahreskarte ist die passendere Antwort auf wiederholte Besuche. Das Jubiläum macht aus beiden keine Zauberformel, aber die Jahreskarte für Begleitungen zeitweise deutlich attraktiver.

Besondere Zeitfenster: Kostenfreier Eintritt und Familiensonntage

Beim kostenfreien Eintritt ist die Lage klarer, als es manche Zusammenfassung vermuten lässt. Der Hamburger Bahnhof hat nicht zwei regelmäßige Gratisfenster im Monat oder Jahr. Das verlässlich benennbare kostenfreie Zeitfenster ist der erste Donnerstag des Monats im Rahmen der Initiative Volkswagen Group Art4All.

Von 16 bis 20 Uhr ist der Eintritt an diesem Termin frei. Das Format verbindet eine kulturpolitische Idee mit einem sehr praktischen Effekt: Die Zugangshürde sinkt, und zugleich wird der Donnerstagabend zu einem realistischen Museumszeitpunkt für Menschen, die tagsüber arbeiten oder lernen. Für Tourist*innen kann der Termin ebenfalls gut passen, weil sich der Besuch in einen längeren Abend in Berlin integrieren lässt.

Was dabei nicht übersehen werden sollte: Das Angebot gilt ausschließlich am ersten Donnerstag des Monats, nicht an jedem Donnerstag. Im Unterschied zu Häusern, die einen wöchentlichen Gratistermin anbieten, bleibt der Hamburger Bahnhof bei diesem monatlichen Rhythmus. Wer hier falsch plant, kommt am falschen Donnerstag und zahlt regulär. Der Kalenderblick vor der Anreise ist deshalb keine Kleinigkeit.

Die Familiensonntage sind dagegen kein zweites kostenfreies Fenster. Sie bieten vergünstigte Familientickets: Je nach Familiengröße und Zusammensetzung kosten diese Angebote 10 beziehungsweise 15 Euro. Der Vorteil liegt damit in der reduzierten Familienkarte, nicht in einem Eintritt zum Nulltarif. Diese Unterscheidung ist für die Budgetplanung entscheidend — gerade dann, wenn mehrere Personen gemeinsam ins Museum gehen.

Die Familiensonntage sind zudem nicht bloß eine Preisaktion. Rund um solche Termine können Workshops, Führungen oder Mitmachangebote stattfinden. Für Familien verändert sich dadurch die Frage, ob sich der Museumsbesuch lohnt: Nicht nur der Eintrittspreis zählt, sondern auch, ob das Programm zur Altersgruppe und zur Aufmerksamkeitsspanne der Kinder passt.

Der Hamburger Bahnhof ist dabei weniger ein Haus für sehr kleine Kinder als ein Ort für Familien mit älteren Kindern und Jugendlichen, die sich auf zeitgenössische Kunst einlassen können. Die Sammlung Marx und die großen Installationen verlangen nicht zwingend kunsthistorisches Vorwissen, aber sie belohnen die Bereitschaft, Fragen offen zu halten. Wer eine klassische Abfolge leicht verständlicher Einzelwerke sucht, kann sich von der Gegenwartskunst zunächst überfordert fühlen. Mit einer Führung oder einem Workshop wird der Zugang häufig leichter.

Für die Besuchsstrategie sollte man die beiden Angebote sauber trennen:

  • Der erste Donnerstag von 16 bis 20 Uhr ist der Termin für kostenfreien Eintritt. Er passt zu Einzelbesucher*innen, Freund*innen, Tourist*innen und Berufstätigen, die erst am späten Nachmittag Zeit haben.
  • Die Familiensonntage richten sich an Haushalte mit Kindern und bieten Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro. Hier steht der gemeinsame Besuch mit passendem Begleitprogramm im Vordergrund.
  • Ein regulärer Sonntag ist nicht automatisch ein kostenfreier Sonntag. Wer ohne ausgewiesenen Familientermin kommt, sollte mit den normalen Bedingungen rechnen.
  • Die Kombination aus kostenfreiem Donnerstag und Familienangebot sollte nicht künstlich hergestellt werden: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Zielgruppen.
Kostenfreien Eintritt gibt es im Hamburger Bahnhof am ersten Donnerstag des Monats von 16 bis 20 Uhr. Familiensonntage sind dagegen vergünstigte Termine mit Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro — nicht ein zweites Gratisfenster.

Planungshilfe: Öffnungszeiten und strategische Besuchszeiten

Der Hamburger Bahnhof hat montags geschlossen. Das ist die einzige harte Konstante im Wochenrhythmus, und sie hat strategische Konsequenzen: Der Montag ist tabu, jede Planung, die ihn einschließt, endet an verschlossener Tür.

Die übrigen Wochentage verteilen sich auf zwei Schichten:

  • Dienstag, Mittwoch und Freitag: 10 bis 18 Uhr
  • Donnerstag: 10 bis 20 Uhr
  • Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr
  • Montag: geschlossen

Am ersten Donnerstag des Monats gilt zusätzlich das kostenfreie Art4All-Zeitfenster von 16 bis 20 Uhr. Die verlängerte Öffnungszeit und der freie Eintritt machen diesen Termin attraktiv, allerdings ist er deshalb nicht automatisch ruhig. Gerade ein kostenloser Abend kann mehr Besucher*innen anziehen als ein gewöhnlicher Wochentag.

Wer die Sammlung in Ruhe erleben will — also die Dauerpräsentation mit den Namen Beuys, Warhol und Kiefer, die den kunsthistorischen Kern des Hauses bildet —, ist am Dienstag oder Mittwoch meist besser aufgehoben als am Wochenende. Diese Tage lassen sich außerdem leichter mit einem frühen Start verbinden. Wer erst am Nachmittag kommt, sollte die Größe des Hauses und die mögliche Dichte der Sonderausstellungen nicht unterschätzen.

Der Donnerstag ist vor und nach der Art4All-Phase ebenfalls eine solide Wahl. Bis 20 Uhr bleibt mehr Zeit, um nicht nur die wichtigsten Räume im Eiltempo mitzunehmen. Für Berufstätige ist das der praktischste reguläre Wochentag. Wer allerdings gezielt die ruhigste Atmosphäre sucht, fährt mit einem frühen Besuch am Dienstag oder Mittwoch wahrscheinlich besser.

Samstag und Sonntag sind die familienintensiveren Tage. Das ist für diejenigen, die das soziale Leben des Hauses beobachten oder mit Kindern kommen, ein Vorteil. Für Besucher*innen, die ungestört schauen wollen, kann die höhere Dichte dagegen anstrengender sein. Besonders bei großen Installationen und schmaleren Durchgängen wirkt sich die Besucherzahl schneller aus als in klassischen Gemäldegalerien.

Auch die Wahl des Ausstellungstermins spielt eine Rolle. Eröffnungstage und erste Wochenenden stark beachteter Sonderausstellungen sind regelmäßig gut besucht. Wenn Sie den allerersten Tag einer Schau erleben wollen, ist Vorverkaufsdisziplin Pflicht. Wenn Sie die Ausstellung in halbwegs ruhiger Atmosphäre sehen möchten, warten Sie besser etwas ab. Der anfängliche Andrang legt sich nicht vollständig, aber er verteilt sich meist stärker über die folgenden Wochen.

Für die konkrete Planung helfen drei einfache Fragen:

1. Geht es um eine bestimmte Sonderausstellung oder um die Sammlung? Bei einer Sonderausstellung sollten Sie zuerst Verfügbarkeit und Zeitfenster prüfen. Für die Sammlung ist die Tageszeit oft wichtiger als ein bestimmtes Datum.

2. Ist der Termin kostenlos oder reduziert? Der erste Donnerstag bietet freien Eintritt. Familiensonntage bieten Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro. Beides sollte nicht miteinander verwechselt werden.

3. Wie viel Zeit haben Sie tatsächlich? Ein später Besuch vor Schließung kann für einen konzentrierten Rundgang ausreichen, aber nicht unbedingt für Sammlung, Sonderausstellung und Begleitprogramm zugleich.

Welches Ticket für welchen Besuch?

Nach dieser Tour durch das Ticketing-System des Hamburger Bahnhofs bleibt die Frage, die am Anfang jeder Museumsplanung steht: Welche Option passt zu welchem Besuch?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie oft Sie hingehen, mit wem Sie hingehen und wie Sie Kunst erleben wollen. Vier Grundmuster lassen sich unterscheiden.

Muster eins — der einmalige Berlin-Besuch. Sie sind Tourist*in oder zu Besuch in der Stadt und wollen den Hamburger Bahnhof als einen Programmpunkt in einen größeren Museumsplan einbetten. In diesem Fall ist der Museumspass Berlin das Instrument der Wahl — vorausgesetzt, Sie besuchen innerhalb der Gültigkeit mehrere teilnehmende Museen. Wer den Hamburger Bahnhof als isolierte Einzelattraktion plant, ist mit dem regulären Ticket oder, besser noch, mit dem ersten Donnerstag im Monat bedient.

Muster zwei — der wiederholte Berlin-Besuch. Sie kommen regelmäßig in die Stadt, schätzen die Staatlichen Museen und wollen den Hamburger Bahnhof als eine Station unter mehreren nutzen. Hier kann sich die Jahreskarte der Staatlichen Museen zu Berlin lohnen. Die Jubiläumsaktion bis Ende April 2027 macht sie zusätzlich interessant, wenn Sie häufig mit einer Begleitperson kommen: Eine Person kann kostenlos mit in den Hamburger Bahnhof genommen werden.

Muster drei — der Berliner Alltag. Sie leben in der Stadt oder halten sich häufig genug hier auf, um nicht jeden Museumsbesuch als touristisches Ereignis zu behandeln. Dann sollten Sie nicht nur den Einzelpreis betrachten, sondern die Jahreskarte und ihre verschiedenen Stufen vergleichen. Der relevante Wert liegt in der wiederholten Nutzung. Wer nur gelegentlich eine einzelne Ausstellung besucht, bleibt mit dem Einzelticket flexibler.

Muster vier — der Familienausflug. Sie kommen mit Kindern oder Jugendlichen und können den Termin auf einen ausgewiesenen Familiensonntag legen. Dann sind die reduzierten Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro der entscheidende Vorteil. Der erste Donnerstag ist für Familien nicht automatisch die bessere Wahl, nur weil dort der Eintritt frei ist: Die Abendzeit von 16 bis 20 Uhr passt nicht zu jedem Haushalt, und ein Familiensonntag kann durch das begleitende Programm den größeren praktischen Nutzen bieten.

Für alle vier Muster gilt: Der offizielle Ticketshop bleibt der beste Ausgangspunkt, sobald ein bestimmtes Datum oder eine Sonderausstellung im Spiel ist. Wer lediglich die Dauerausstellung sehen und zeitlich flexibel bleiben möchte, kann den Besuch stärker nach Wochentag und Preisfenster ausrichten.

Der nüchterne Befund

Tickets kaufen für den Hamburger Bahnhof ist keine große Kunst — aber man kann sich die Sache unnötig teuer und umständlich machen. Das reguläre Ticket ist eine vernünftige Option für den einzelnen, flexibel geplanten Besuch. Es ist nur nicht die einzige Option, und bei mehreren Personen oder mehreren Berliner Museen häufig auch nicht die wirtschaftlichste.

Der erste Donnerstag des Monats bleibt der klarste Spartermin: Von 16 bis 20 Uhr ist der Eintritt frei. Die Familiensonntage funktionieren anders und sollten auch so eingeplant werden: Sie bieten vergünstigte Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro, aber keinen kostenlosen Zugang. Der Museumspass lohnt sich vor allem bei mehreren Museumsbesuchen innerhalb kurzer Zeit. Die Jahreskarte richtet sich an Wiederkehrer*innen und gewinnt durch die Jubiläumsaktion mit kostenloser Begleitperson zusätzlich an Attraktivität.

Wer vier Wochen im Voraus plant, den eigenen Statusnachweis dabeihat und die Öffnungszeiten nicht erst vor der Museumstür prüft, hat den wichtigsten Teil der Arbeit bereits erledigt. Dann bleibt mehr Aufmerksamkeit für das, worum es im Hamburger Bahnhof eigentlich gehen sollte: die Kunst — und nicht die Frage, warum man am falschen Donnerstag vor der Kasse steht.

Wichtige Fakten

Baujahr: 1996

Architekt: Josef Paul Kleihues

Offizielle Website: smb.museum

Häufige Fragen

Wann ist der Eintritt im Hamburger Bahnhof kostenlos?
Der Eintritt ist am ersten Donnerstag jedes Monats im Rahmen der Initiative Volkswagen Group Art4All in der Zeit von 16 bis 20 Uhr frei.
Wie viel kosten Familientickets im Hamburger Bahnhof?
An den Familiensonntagen werden Familientickets für 10 beziehungsweise 15 Euro angeboten, abhängig von der Familiengröße und Zusammensetzung.
Wer hat Anspruch auf einen ermäßigten Eintritt?
Ermäßigungen erhalten unter anderem Schüler, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende, ALG-I-Empfänger sowie Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 50, sofern ein entsprechender Nachweis vorgelegt wird.
Wie lange im Voraus kann man Tickets online buchen?
Tickets werden im offiziellen Online-Shop jeweils 28 Tage im Voraus für den Vorverkauf freigeschaltet.
An welchen Tagen hat der Hamburger Bahnhof geschlossen?
Das Museum ist montags geschlossen.

Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons