ROG Ally X: Lohnt sich der Aufpreis zum Vorgänger?

Nach einem langen Arbeitstag noch eine Runde spielen klingt zunächst nach dem perfekten Einsatz für einen Handheld.

ROG Ally X: Lohnt sich der Aufpreis zum Vorgänger?

In der Praxis endet die Sache beim ursprünglichen ASUS ROG Ally jedoch nicht selten damit, dass du nach kurzer Zeit nach dem Ladegerät suchst, den Handheld umgreifst oder dich über den knappen Speicher ärgerst. Genau an diesen Alltagspunkten setzt der ROG Ally X an.

Auf dem Papier wirkt das Modell von 2024 zunächst wie ein ungewöhnlich teures Upgrade: Der AMD Ryzen Z1 Extreme bleibt unverändert, das Display ebenfalls, und auch die grundlegende Windows-Handheld-Erfahrung ist dieselbe. Trotzdem ist der ROG Ally X dem ursprünglichen ROG Ally in mehreren Punkten deutlich überlegen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in einer spektakulär höheren Bildrate, sondern darin, wie lange und wie angenehm du tatsächlich spielen kannst.

Die Hardware-Evolution: Mehr als nur ein Facelift

Der ursprüngliche ROG Ally erschien im Juni 2023 und positionierte sich als leistungsstarker Windows-Handheld mit AMD Ryzen Z1 Extreme. Ein Jahr später folgte der ROG Ally X mit demselben Hauptprozessor. Das klingt zunächst nach Stillstand, ist aber nur die halbe Wahrheit.

ASUS hat beim ROG Ally X die Bereiche überarbeitet, die im täglichen Betrieb stärker auffallen als ein neuer Chipname: Akku, Arbeitsspeicher, Massenspeicher, Gehäuseform, Kühlung und Anschlüsse. Der ROG Ally X ist also kein klassischer Nachfolger mit einer neuen Recheneinheit, sondern eher eine zweite, erwachsenere Version des ursprünglichen Konzepts.

MerkmalROG Ally (2023, Z1 Extreme)ROG Ally X (2024)
ProzessorAMD Ryzen Z1 ExtremeAMD Ryzen Z1 Extreme
Akku40 Wh80 Wh
Arbeitsspeicher16 GB LPDDR5-640024 GB LPDDR5X-7500
Interner Speicher512 GB M.2 2230 SSD1 TB M.2 2280 NVMe-SSD
Gewicht608 g715 g
AnschlüsseEin USB-C-Anschluss mit proprietärem XG-Mobile-AnschlussZwei USB-C-Anschlüsse, darunter USB4 und Thunderbolt 4
KühlsystemAusgangsbasis10 Prozent höherer Luftdurchsatz
Preis zum Verkaufsstart899 Euro

Der Prozessorvergleich ROG Ally X gegen ROG Ally Z1 Extreme fällt damit eindeutig aus: Beide Geräte verwenden den AMD Ryzen Z1 Extreme. Wer vom ROG Ally X eine völlig neue Leistungsklasse erwartet, wird enttäuscht. Wer dagegen die Schwächen des ersten Modells kennt, bekommt an mehreren neuralgischen Punkten eine spürbare Verbesserung.

Das ist ein wichtiger Unterschied, denn ein Handheld wird nicht nur durch die maximale Rechenleistung gut. Ein Gerät kann in einem Diagramm beeindruckende Werte erreichen und sich im Wohnzimmer trotzdem unpraktisch anfühlen, wenn der Akku zu klein ist, die Hände ermüden oder der Speicher nach wenigen großen Spielen voll ist.

Der ROG Ally X ist kein Leistungssprung mit neuem Prozessor, sondern die deutlich alltagstauglichere Ausbaustufe des ursprünglichen ROG Ally.

Akku-Power und Effizienz: Der größte Sprung in der Praxis

Der Akku ist der Bereich, in dem der ROG Ally X seinen Vorgänger am klarsten distanziert. ASUS hat die Kapazität von 40 auf 80 Wh verdoppelt. Das ist keine kleine Optimierung, die sich erst in Messreihen zeigt, sondern eine Veränderung, die du im Alltag sofort einordnen kannst: Der Handheld hat deutlich mehr Reserven, bevor du eine Steckdose suchen musst.

Wie lange diese Reserven tatsächlich reichen, hängt weiterhin vom Spiel, der Auflösung, der Bildrate und dem gewählten Leistungsprofil ab. Ein anspruchsvolles modernes Spiel bei hoher Leistungsaufnahme leert jeden Handheld-Akku deutlich schneller als ein leichter Indie-Titel. Eine pauschale Laufzeitangabe wäre deshalb wenig hilfreich. Der Unterschied zwischen beiden Ally-Modellen bleibt aber unabhängig davon relevant: Mit 80 Wh besitzt der ROG Ally X schlicht doppelt so viel Akkukapazität wie der Vorgänger.

Gerade bei einem Windows-Handheld ist das wichtig. Das Betriebssystem, Spieleplattformen wie Steam oder der Xbox-Dienst und die jeweiligen Hintergrundprozesse bringen eine andere Grundlast mit als eine speziell für mobile Hardware entwickelte Oberfläche. Wenn du den ROG Ally unterwegs, auf dem Sofa oder im Bett nutzt, macht ein größerer Akku deshalb mehr aus als ein kleiner Zuwachs bei der Spitzenleistung.

Mehr Spielraum statt ständigem Energiemanagement

Beim ursprünglichen ROG Ally gehört die Frage nach dem Leistungsprofil relativ schnell zum Spiel dazu: Reicht die Akkuladung noch für die nächste Etappe? Soll die Bildrate begrenzt werden? Muss der Handheld jetzt an das Ladegerät? Der ROG Ally X nimmt diesen Entscheidungen einen Teil ihrer Dringlichkeit.

Das bedeutet nicht, dass du mit ihm automatisch jeden aktuellen Großtitel stundenlang bei maximalen Einstellungen spielen kannst. Der Ryzen Z1 Extreme bleibt derselbe und benötigt für hohe Bildraten weiterhin entsprechend Energie. Die größere Batterie verschafft dir aber mehr Flexibilität:

  • Du kannst anspruchsvolle Spiele länger spielen, ohne sofort auf ein sparsameres Profil wechseln zu müssen.
  • Für ältere Spiele, unabhängige Titel und Streaming-Dienste steht deutlich mehr Ausdauer zur Verfügung.
  • Eine kurze Spielsitzung nach der Arbeit wird weniger wahrscheinlich durch einen niedrigen Akkustand beendet.
  • Der Handheld eignet sich besser für Reisen, sofern du sein höheres Gewicht akzeptierst.

Beim ROG Ally X-Akkulaufzeit-Vergleich ist daher nicht nur die absolute Spieldauer entscheidend. Der größere Akku verändert auch das Nutzungsmuster. Du musst weniger häufig vorausplanen, und genau das macht einen mobilen Rechner wohnzimmertauglicher. Ein Handheld sollte nicht ständig wie ein kleiner Laptop behandelt werden, der nur in Reichweite des Ladegeräts funktioniert.

Speicher-Upgrade und RAM-Performance im Gaming-Alltag

Der ursprüngliche ROG Ally besitzt eine 512 GB große M.2-2230-SSD. Beim ROG Ally X setzt ASUS ab Werk auf eine 1-TB-NVMe-SSD im Format M.2 2280. Das ist nicht nur doppelt so viel Speicher, sondern auch eine deutlich flexiblere Grundlage für spätere Erweiterungen.

Moderne PC-Spiele beanspruchen schnell mehrere Dutzend Gigabyte. Dazu kommen Betriebssystem, Aktualisierungen, Startprogramme und vielleicht noch einige ältere Spiele, die du nicht jedes Mal neu herunterladen möchtest. 512 GB klingen auf dem Karton zunächst ordentlich, schrumpfen bei einer umfangreichen Spielebibliothek aber erstaunlich schnell. Der Wechsel auf 1 TB nimmt diesem Problem viel Druck.

Noch wichtiger ist das verwendete SSD-Format. Die M.2 2280 ist ein gängigeres Format als die kompaktere M.2 2230 des Vorgängers. Dadurch fällt die Suche nach einem passenden Ersatz oder einer größeren SSD weniger speziell aus. Das macht den ROG Ally X nicht automatisch wartungsfreundlich wie einen klassischen Desktop-PC, aber die Speichereinbindung ist deutlich weniger eingeschränkt.

24 GB Arbeitsspeicher: Nicht jede Bildrate steigt, aber der Spielraum wächst

Beim Arbeitsspeicher legt der ROG Ally X ebenfalls zu. Statt 16 GB LPDDR5-6400 stehen 24 GB LPDDR5X-7500 zur Verfügung. Der größere und schnellere Speicher kann vor allem deshalb helfen, weil sich die integrierte Grafiklösung einen Teil des Hauptspeichers teilen muss.

Die Leistungssteigerung lässt sich jedoch nicht seriös in eine einheitliche Prozentzahl für alle Spiele übersetzen. Wie stark der ROG Ally X davon profitiert, hängt von der jeweiligen Software, den Einstellungen und dem gewählten Leistungsbudget ab. In manchen Spielen wird der Unterschied kaum auffallen, während speicherhungrige Titel oder Szenarien mit vielen Hintergrundprozessen mehr Luft bekommen.

Für dich bedeutet das im Alltag vor allem:

1. Mehr Reserven für die integrierte Grafik: Der zusätzliche Arbeitsspeicher schafft Spielraum, wenn das Gerät nicht nur klassische Systemaufgaben, sondern auch die Grafikausgabe bewältigen muss.

2. Weniger Engpässe bei aktuellen Spielen: Titel mit hohem Speicherbedarf können von den zusätzlichen Reserven profitieren, auch wenn der Prozessor derselbe bleibt.

3. Mehr Komfort bei Windows im Hintergrund: Ein Browser, ein Sprachchat oder ein Spiele-Launcher belasten den Handheld nicht auf dieselbe Weise wie ein einzelnes, geschlossenes Konsolenspiel.

4. Keine Wunder bei der Rechenleistung: Der Ryzen Z1 Extreme bleibt die zentrale Begrenzung. Mehr RAM verwandelt den ROG Ally X nicht in ein deutlich schnelleres Gerät, wenn das Spiel bereits an anderer Stelle limitiert.

Das ist der Punkt, an dem viele Vergleiche zu kurz greifen. Der größere Arbeitsspeicher ist kein Grund, den ROG Ally X als völlig neue Leistungsklasse zu verkaufen. Er ist vielmehr eine sinnvolle Ergänzung zum mobilen PC-Konzept, bei dem sich Prozessor, Grafikeinheit und Windows die vorhandenen Ressourcen teilen.

Ergonomie und Kühlung: Warum das Gehäuse nun schwerer ist

Der ROG Ally X wiegt 715 Gramm und damit 107 Gramm mehr als der ursprüngliche ROG Ally mit 608 Gramm. Auf dem Papier liest sich das nach einer überschaubaren Differenz. In den Händen ist Gewicht bei einem Handheld jedoch nicht abstrakt, weil du das Gerät nicht auf dem Tisch abstellst, sondern über lange Zeit vor deinem Körper hältst.

Hier kommt die Haptik ins Spiel. Entscheidend ist nicht nur, wie viel ein Handheld wiegt, sondern wie dieses Gewicht zwischen Griffen, Bildschirm und Händen verteilt ist. ASUS hat die Gehäuseform des ROG Ally X verändert und die Ergonomie überarbeitet. Dadurch soll sich das Gerät trotz des höheren Gewichts angenehmer greifen lassen.

Das macht den ROG Ally X nicht leicht. Wenn du einen möglichst kompakten Handheld suchst, bleibt der ursprüngliche ROG Ally im Vorteil. Wenn deine Hände beim längeren Spielen am ersten Modell ermüden oder du den Druck auf einzelne Finger unangenehm findest, kann die überarbeitete Form den Mehrpreis eher rechtfertigen als ein paar zusätzliche Bilder pro Sekunde.

Mehr Gewicht ist nicht automatisch schlechter

Bei einem Gerät mit zwei Joysticks, Schultertasten, mehreren Bedienelementen und einem großen Bildschirm lässt sich das Gewicht nicht isoliert bewerten. Ein sehr leichtes Gehäuse kann in der Hand zwar angenehm wirken, aber bei ungünstiger Form trotzdem Druckstellen verursachen. Umgekehrt kann ein schwereres Modell durch breitere Griffe und eine ausgewogenere Gewichtsverteilung komfortabler sein.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie spielst du?

  • Kurze Sitzungen am Schreibtisch: Das zusätzliche Gewicht fällt weniger ins Gewicht, weil du deine Unterarme häufig abstützen kannst.
  • Lange Abende auf dem Sofa: Die bessere Ergonomie kann die höhere Masse ausgleichen, besonders wenn dir beim Vorgänger die Griffbereiche nicht zugesagt haben.
  • Unterwegs mit wenig Gepäck: 715 Gramm plus Ladegerät und Schutzhülle machen den ROG Ally X spürbar weniger unauffällig.
  • Spielen im Bett: Hier zählt die Verarbeitungsqualität ebenso wie die Form, denn jede ungünstige Haltung verstärkt nach längerer Zeit die Ermüdung im Handgelenk.

Ein Handheld ist ein Werkzeug für wiederholte, lange Kontakte mit den Händen. Deshalb sind Druckpunkt, Griffwinkel und Oberflächengefühl keine Nebensachen. Sie entscheiden darüber, ob du nach einer Stunde noch entspannt spielst oder ständig die Position wechselst.

Kühlerer Bildschirm, mehr Luft im Gehäuse

Das überarbeitete Kühlsystem des ROG Ally X erreicht laut den vorliegenden Angaben einen um 10 Prozent höheren Luftdurchsatz. Gleichzeitig soll die Temperatur am Touchscreen um bis zu 6 Grad Celsius sinken.

Auch hier gilt: Das sind keine Werte, die automatisch eine bestimmte Bildrate garantieren. Der identische Prozessor bleibt der identische Prozessor. Ein besserer Luftstrom kann aber dabei helfen, die Wärme gleichmäßiger abzuführen und die Oberfläche angenehmer zu halten. Gerade bei einem Handheld, den du direkt vor dem Gesicht und mit beiden Händen festhältst, ist das mehr als ein technischer Randaspekt.

Die Kühlung beeinflusst außerdem die Wohnzimmertauglichkeit. Ein Gerät, das unter Last dauerhaft sehr präsent wird, passt schlechter zu ruhigen Spielsituationen als eines, dessen Wärmeentwicklung und Lüfterverhalten weniger störend wirken. Der ROG Ally X wird dadurch nicht lautlos, aber die Überarbeitung zeigt, dass ASUS nicht nur mehr Akku in ein bestehendes Gehäuse gesteckt hat.

Die 107 Gramm Mehrgewicht sind der sichtbare Preis für mehr Akku und ein überarbeitetes Gehäuse. Ob sich dieser Tausch lohnt, entscheidet weniger das Datenblatt als dein Handgelenk.

Anschluss-Flexibilität: Abschied vom XG-Mobile-Anschluss

Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Anschlüsse. Der proprietäre ASUS-XG-Mobile-Anschluss des ursprünglichen ROG Ally wurde gestrichen. An seine Stelle tritt ein zweiter USB-C-Anschluss, der USB4 und Thunderbolt 4 unterstützt.

Das ist ein bemerkenswerter Wechsel der Prioritäten. Der XG-Mobile-Anschluss war auf bestimmte externe Grafiklösungen von ASUS zugeschnitten. Wer dieses Zubehör bereits besitzt oder gezielt in das entsprechende Ökosystem investieren wollte, verliert beim ROG Ally X eine direkte Anschlussmöglichkeit. Für die meisten Nutzer ist der zweite, flexiblere USB-C-Anschluss allerdings im Alltag praktischer.

Ein zusätzlicher USB-C-Port kann mehrere Probleme entschärfen, die bei einem Windows-Handheld schnell entstehen. Du kannst das Gerät leichter laden und gleichzeitig weiteres Zubehör anschließen, ohne jedes Mal auf eine spezielle Docking-Lösung angewiesen zu sein. Je nach Ausstattung deines Arbeitsplatzes oder Wohnzimmers kann das einen deutlichen Unterschied machen.

Besonders sinnvoll ist die Änderung für Nutzer, die den ROG Ally X in unterschiedlichen Rollen einsetzen:

  • unterwegs als eigenständigen Handheld,
  • am Schreibtisch mit Monitor und Peripherie,
  • im Wohnzimmer an einem Fernseher,
  • mit externem Speicher oder einer Dockingstation,
  • als Streaming-Gerät für Spiele aus der Cloud oder vom eigenen Rechner.

Der ROG Ally X wird dadurch nicht automatisch zur besseren Desktop-Alternative. Windows bleibt auf einem kleinen Touchscreen eine Kompromisslösung, und Zubehör kostet zusätzlich Platz sowie Geld. Aber der zweite Anschluss macht das Gerät flexibler und weniger abhängig von einem einzelnen proprietären Weg.

Wenn du bereits eine XG-Mobile-Grafiklösung besitzt, solltest du diesen Punkt besonders ernst nehmen. Der ROG Ally X ist nicht einfach vollständig abwärtskompatibel zu jedem Zubehör des Vorgängers. Das gilt auch für Schutzhüllen: Durch die veränderte Gehäuseform und Dicke passen Hüllen des ROG Ally von 2023 nicht zwangsläufig eins zu eins.

Wie groß ist der Leistungsunterschied beim Spielen?

Die kurze Antwort lautet: kleiner, als der Preisunterschied zunächst vermuten lässt. Der Ryzen Z1 Extreme ist in beiden Geräten identisch. Deshalb erhältst du beim ROG Ally X keine neue Prozessorarchitektur und nicht automatisch einen klaren Leistungssprung in jedem Spiel.

Der zusätzliche Arbeitsspeicher kann je nach Titel und Einstellung helfen. Auch das höhere Leistungsbudget, das der größere Akku im praktischen Einsatz erleichtert, kann relevant sein. Trotzdem wäre es falsch, aus Akku, RAM und Kühlung eine pauschale Bildratensteigerung abzuleiten.

Der ROG Ally X ist eher dann schneller, wenn der ursprüngliche Ally an einer seiner praktischen Grenzen ankommt. Dazu gehören speicherintensive Spiele, Szenarien mit vielen Hintergrundprozessen oder Situationen, in denen du wegen der kleinen Batterie ein sparsameres Leistungsprofil wählen musst. Wenn beide Geräte unter denselben Bedingungen mit demselben Leistungsprofil betrieben werden, bleibt der Abstand deutlich weniger spektakulär als bei einem echten Generationswechsel.

Für die Kaufentscheidung hilft deshalb eine andere Einteilung:

Der ROG Ally X lohnt sich besonders, wenn …

Du den Handheld regelmäßig und über längere Zeit nutzt. In diesem Fall zählen Akkukapazität und Ergonomie nicht als Luxus, sondern als Eigenschaften, die jede Spielsitzung begleiten.

Du viele größere PC-Spiele installierst. Die 1-TB-SSD reduziert den Verwaltungsaufwand deutlich und ist durch das M.2-2280-Format flexibler eingebunden.

Du den ROG Ally nicht nur stationär verwenden möchtest. Für Reisen, Zugfahrten oder Räume ohne direkten Zugang zu einer Steckdose ist der Sprung von 40 auf 80 Wh besonders wertvoll.

Du dich beim Vorgänger über die Griffe oder die Wärmeentwicklung ärgerst. Die überarbeitete Haptik und das Kühlsystem setzen an genau diesen Punkten an.

Du mehrere USB-C-Geräte anschließen möchtest. Der zweite Anschluss mit USB4- und Thunderbolt-4-Unterstützung ist vielseitiger als die frühere proprietäre Lösung.

Der ursprüngliche ROG Ally bleibt interessant, wenn …

Du ihn bereits besitzt und mit Akkulaufzeit, Speicher und Ergonomie zufrieden bist. Dann gibt es keinen zwingenden Grund für den Wechsel, denn der zentrale Prozessor ist derselbe.

Du hauptsächlich kurze Spielsitzungen an der Steckdose absolvierst. In diesem Nutzungsmuster verliert der doppelte Akku einen Teil seines praktischen Werts.

Du den ROG Ally deutlich günstiger bekommst. Der ROG Ally X startete mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 899 Euro. Wenn das ältere Modell im Handel oder gebraucht deutlich weniger kostet, kann es für preisbewusste Nutzer die vernünftigere Wahl sein.

Du bereits Zubehör für den ursprünglichen Ally besitzt und dieses weiterverwenden möchtest. Bei Hüllen und proprietären Lösungen solltest du nicht davon ausgehen, dass alles unverändert passt oder funktioniert.

ROG Ally X Upgrade lohnenswert: mein Urteil für verschiedene Nutzer

Ob das ROG Ally X Upgrade lohnenswert ist, hängt vor allem davon ab, ob du eine konkrete Schwäche des Vorgängers beheben möchtest. Wer lediglich eine höhere Bildrate erwartet, sollte seine Erwartungen dämpfen. Dafür ist der Prozessor zu ähnlich, und die Leistungsgewinne lassen sich nicht für jedes Spiel verallgemeinern.

Wer dagegen regelmäßig mit dem ROG Ally spielt, bekommt ein deutlich runderes Gesamtpaket. Der doppelte Akku ist der wichtigste Grund, der größere Speicher der wahrscheinlich bequemste, und die Ergonomie entscheidet darüber, ob sich der Handheld nach längeren Sitzungen angenehm oder anstrengend anfühlt.

Für Neukäufer ist der ROG Ally X deshalb die überzeugendere Variante, sofern der Preis im eigenen Budget liegt. Er beseitigt mehrere Schwächen, die beim ersten ROG Ally im Alltag immer wieder auffallen konnten, ohne die grundlegende Leistung zu verändern. Du kaufst also keinen völlig neuen Handheld, sondern die Version, die das ursprüngliche Konzept konsequenter zu Ende denkt.

Für Besitzer des ROG Ally Z1 Extreme ist die Entscheidung weniger eindeutig. Der Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn der Akku ständig zu klein ist, 512 GB Speicher nicht ausreichen oder die Ergonomie des alten Gehäuses nicht zu deinen Händen passt. Wenn du hauptsächlich am Ladegerät spielst und mit dem vorhandenen Speicher auskommst, bringt der ROG Ally X dagegen keinen zwingenden Leistungssprung.

Fazit: Der bessere Ally, aber nicht für jeden der bessere Deal

Der ROG Ally X ist ein lohnenswertes Upgrade, wenn du den ursprünglichen ROG Ally vor allem als mobilen Spiele-PC nutzt und nicht nur als kompakten Rechner neben der Steckdose. Die 80-Wh-Batterie, 24 GB Arbeitsspeicher, 1 TB Speicher und die überarbeitete Ergonomie machen im Alltag mehr Unterschied als ein neuer Prozessorname auf dem Karton.

Sein größter Nachteil bleibt das höhere Gewicht von 715 Gramm. Außerdem rechtfertigt der identische Ryzen Z1 Extreme den Wechsel nicht allein über die Rechenleistung. Wer bereits einen gut funktionierenden ROG Ally besitzt, sollte deshalb nicht blind aufrüsten, sondern sich fragen, welche Schwäche tatsächlich stört.

Mein Urteil fällt dennoch klar aus: Der ROG Ally X ist der ausgereiftere und wohnzimmertauglichere Handheld. Für Neueinsteiger ist er die bessere Wahl, für Besitzer des Vorgängers ein sinnvolles, aber stark nutzungsabhängiges Upgrade. Der Aufpreis steckt weniger in mehr Geschwindigkeit als in weniger Kompromissen — und genau das spürst du dann, wenn aus einer kurzen Runde ein langer Spieleabend wird.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Leistungsunterschied zwischen ROG Ally X und ROG Ally?
Beide Geräte verwenden den AMD Ryzen Z1 Extreme. Der ROG Ally X bietet daher keinen automatisch deutlich höheren Bildraten, kann aber je nach Spiel durch mehr Arbeitsspeicher, Kühlung und ein flexibleres Leistungsbudget Vorteile haben.
Wie lange hält der Akku des ROG Ally X?
Eine pauschale Laufzeitangabe lässt sich nicht ableiten, weil Spiel, Auflösung, Bildrate und Leistungsprofil entscheidend sind. Der ROG Ally X besitzt mit 80 Wh jedoch doppelt so viel Akkukapazität wie der ursprüngliche ROG Ally mit 40 Wh.
Wie viel Speicher hat der ROG Ally X?
Der ROG Ally X verfügt über eine 1 TB große M.2-2280-NVMe-SSD. Der ursprüngliche ROG Ally besitzt eine 512 GB große M.2-2230-SSD.
Ist der ROG Ally X schwerer als der ROG Ally?
Ja. Der ROG Ally X wiegt 715 Gramm und damit 107 Gramm mehr als der ursprüngliche ROG Ally mit 608 Gramm. Die überarbeitete Gehäuseform soll den höheren Gewicht dennoch angenehmer verteilbar machen.
Kann ich das Zubehör des ursprünglichen ROG Ally mit dem ROG Ally X weiterverwenden?
Nicht zwangsläufig. Der ROG Ally X besitzt keinen proprietären XG-Mobile-Anschluss mehr, und wegen der veränderten Gehäuseform sowie Dicke passen Schutzhüllen des Modells von 2023 nicht automatisch.