Externe Gaming-SSDs im Test: Diese 7 Modelle lohnen sich trotz hoher Preise
PCWorld hat sieben externe SSDs fürs Gaming unter die Lupe genommen und eine neue Bestenliste veröffentlicht – gestaffelt von 80 Gigabit pro Sekunde bis hinunter zu 10 Gbps.

Auf den ersten Blick eine Standard-Runde durch den Storage-Markt, doch die Redaktion räumt offen ein, dass die Preise seit den ursprünglichen Tests deutlich gestiegen sind, befeuert vom Run auf Speicher für KI und Rechenzentren. Wer heute zugreift, zahlt drauf, und wer das falsche Modell wählt, zahlt drauf und ärgert sich trotzdem – genau in dieser Spannung steht die neue Liste.
Wenn 80 Gbps zur Wohlstandsnische werden
Für Besitzer der seltenen 80-Gbps-Ports nennt PCWorld die LaCie Rugged SSD Pro5 als Empfehlung – nicht die schnellste aller getesteten Drives, aber verfügbar und preislich nicht völlig entgleist. Dazu liefert sie IP68-Schutz gegen Staub und Wasser sowie eine fünfjährige Garantie, also zwei Jahre mehr als branchenüblich. Klingt nach sauberem Rundum-Paket, ist aber eines nicht: ein Schnäppchen. 80 Gbps bleibt ein Protokoll für Enthusiasten, und LaCie gehört zu Seagate – ein Name, der im Profibereich Vertrauen schafft, aber nichts daran ändert, dass diese Kategorie im aktuellen Marktumfeld eine Wohlstandskäufer-Entscheidung bleibt. Wer hier zuschlägt, sollte wissen, dass der Mehrwert gegenüber 40 Gbps in echten Spiel-Workloads selten den Aufpreis rechtfertigt.
Der ehrliche Kompromiss heißt USB4
Wer mit Thunderbolt 3, 4 oder 5 respektive USB4 unterwegs ist, soll zur SE920 greifen – PCWorld spricht von stellarer Dauerleistung zu deutlich niedrigerem Preis als bei 80-Gbps-Modellen. Wer diese Voraussetzung am Host-Rechner nicht erfüllt, bekommt davon nichts mit und rutscht automatisch in die 10-Gbps-Klasse zurück, wo moderne Open Worlds mit DirectStorage spürbar ausgebremst werden. Genau dieser Bruch ist der eigentliche Knackpunkt der ganzen Kaufentscheidung: Die Wahl des Protokolls entscheidet mehr über das Spielerlebnis als jeder Marketing-Slogan auf der Verpackung. Wer vor dem Kauf nicht prüft, welchen USB-Standard das eigene Mainboard liefert, kauft am Ende teure Hardware für Anschlüsse, die sie nie ausreizt.
Bausatz statt Bequemlichkeit
Der interessanteste Hinweis der Liste steht fast beiläufig mitten im Text: Wegen der unzuverlässigen Verfügbarkeit fertig bestückter externer SSDs empfiehlt PCWorld inzwischen ausdrücklich Enclosure-Lösungen, in die eine eigene NVMe eingebaut wird. Das ist kein Bastler-Workaround für Spezialisten, sondern schlicht der pragmatische Weg, in Zeiten inflierter Preise überhaupt noch sinnvoll zu erweitern. Wer noch eine NVMe aus einem früheren Aufrüstschub übrig hat, bekommt so mehr Speicher pro Euro als bei jedem Fertiglaufwerk – vorausgesetzt, das Gehäuse taugt thermisch und protokollseitig etwas. Die Bestenliste ist keine Offenbarung, aber sie ist ehrlich benannt: Hier wird nicht so getan, als wäre Storage gerade ein Schnäppchenmarkt, und das allein ist schon mehr, als die meiste Hersteller-PR derzeit liefert.