Review: Port Royale 4 Nintendo Switch

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Sonne, Meer und glänzende Goldstücke!

Ahoi Landratte! Willkommen auf den karibischen Meeren! Dort, wo wahre Männer noch träumen dürfen und gegen die Stimmungsschwankungen des wilden Meeres ankämpfen, während sie dem weiten Horizont entgegenfiebern! Doch wer glaubt, dass wir auf den karibischen Meeren nur so zum Spaß durch die Gegend schippern, faul in der Sonne rumliegen und uns mit feinstem Rum zulaufen lassen, irrt sich gewaltig! Hier wird hart geschuftet und um jede einzelne Goldmünze gefeilscht! Gold wächst schließlich nicht an irgendwelchen Bäumen, dabei ist es nun mal unabdingbar, um sich weiter mit Rum voll laufen lassen zu können! Doch zum Glück lässt es sich gut armen Seelen aus den Taschen leiern, wenn man weiß wie…

Genau hier beginnt auch unser Abenteuer! Stelle Konvois zusammen, führe sie zu den Städten, die den meisten Profit abwerfen und handele mit ihnen. Der Handel ist das A und O. Kaufe Waren so günstig wie möglich ein, verkaufe diese zum bestmöglichem Preis wieder und wälze dich, wie Dagobert Duck, in deinen nach und nach angehäuften goldenem Vermögen! Doch sei wachsam! Auf den weiten Meeren gibt es viele Gefahren, die ein jeder Seemann überwinden muss! Besonders Piraten, sind einem guten Händler ein Dorn im Auge! Dieser Abschaum überfällt und plündert Handelsschiffe, wie es ihnen beliebt, also seid wachsam und lernt eure unersetzlichen  Konvois zu verteidigen! Denn jede verlorene Schlacht bedeutet verlorenes Gold und glaubt mir, wenn ihr in diesen gefährlichen Gewässern eines nicht wollte, dann ist es verschwendetes Gold! Euer Abenteuer kann ansonsten schneller enden, als euch lieb ist…

Doch bevor das eigentliche Abenteuer los geht, darf man  im Hauptmenü aussuchen, ob man das 10-teilige Tutorial, die 4-teilige Kampagne oder “Freies Spiel” starten möchte. Bei der Kampagne startet man mit der Spanischen Kampagne, bevor man sich anschließend mit den Kampagnen der weiteren Nationen auseinandersetzen darf. In “Freies Spiel” beginnt ihr dagegen direkt damit eine Nation aussuchen. Hierbei hat man die Wahl zwischen Spanien, England, Niederlande und Frankreich. Jede Nation hat ihre eigenen Vorteile. Anschließend kommt, in beiden Modis, die Wahl des Charakters. Hier hat man die Wahl zwischen “Der Freibeuter”, “der Pirat”, “die Piratin”, “Der Abenteurer”, “Der Händler” und “Die Händlerin”. Jeder Charakter hat seine eigene kleine Hintergrundgeschichte, welche an ihren Stärken und Schwächen gekoppelt ist. Eine Flagge darf man sich dann auch noch zusammenklicken. Hierbei ist die Auswahl allerdings sehr überschaubar. Es gibt im Prinzip zwei Flaggenarten, welche jeweils ein paar unterschiedliche Symbole haben. Eine dieser Flaggenarten, gibt es dazu noch in 3, 4 verschiedenen Farben und das war es auch bereits. Den Namen des Charakters kann man sich entweder zufällig generieren lassen oder man gibt einen eigenen Namen ein, wobei einem 16 Zeichen zur Verfügung stehen. Im “Freies Spiel” Modus kann man noch verschiedene Einstellungen tätigen, wie z.B. Startkapital oder wie viele Piraten ihr Unwesen treiben. Daraufhin kommen noch genauere Spieleinstellungen, bei denen man einstellt, wie groß die eigene Nation ist, wie die Nationen aufgeteilt sind oder, neben einigen weiteren Einstellungen,  gar welche Stadt die Heimatstadt sein soll. Sind diese Einstellungen fertig, startet startet auch schon das Spiel.

Handel ist des Seefahrers bester Freund!

Angst vom trockenen komplexen Handel übermannt und aus der Schaluppe geschwemmt zu werden? Keine Panik! … Der gute alte Sammy steht zu Diensten und bieten 10 kostenlose kleine Unterrichtsstunden an, in denen er einer alten Landratte alles nötige an Wissen in den Dickschädel hineinprügelt, was man eben so braucht um auf diesen Gewässern zu überleben. Keine Sorge, die Unterrichtsstunden nehmen nicht so viel Zeit in Anspruch. In ca. 2 Stunden sollte jeder durch sein und alles Wichtige, von der Gründung und Navigation der eigenen Konvois, über den Handel mit den verschiedensten Städten, bis hin zum Aufbau der Städte, mit dessen Verwaltung der Vizekönig einem beauftragt, erfahren haben. Darüber hinaus wird man auch in die Kunst der Schiffsschlachten eingeweiht, immerhin muss man sich gegen dieses Piratengesocks irgendwie verteidigen. Außerdem könnte auch jederzeit ein Krieg ausbrechen. Wer weiß schon, was die großen Monarchen in ihrer blinden Machtgier aushecken. Natürlich kann man auch versuchen sich denen zu widersetzen und sich selber der Piraterie hingeben. Ein leichtes Leben wird dies allerdings nicht…

Letzten Endes ist das Spielgeschehen relativ simpel. Du bekommst eine Heimatstadt, sowie ein kleines Schiffchen zugewiesen und bist erstmal auf dich selbst gestellt. Eigenhändig musst du erstmal dein Schiffchen von Stadt zu Stadt segeln, um zu prüfen, welche Stadt welche Güter produziert und wo du diese somit so günstig wie möglich einkaufen, damit du diese wieder zum höchstmöglichen Preis an eine andere Stadt verkaufen kannst. Hier kommt es stets auf den Bestand der Waren an. Je schlechter die Nachfrage gedeckt ist, desto höher ist der Verkaufspreis. Gibt es eine Ware in Überfluss, hat sie kaum noch wert und wird zu günstigsten Preisen verramscht. Also heißt es Augen offen halten und Preise vergleichen. In der Regel kann man aber davon ausgehen, dass Städte die Güter, die sie selber herstellen, recht günstig anbieten und Güter, die sie nicht selber herstellen zu guten Preisen einkaufen. Doch sollte man sich nicht nur darauf verlassen, denn andere Länder und Städte bleiben ja nicht untätig. Auch andere Nationen schicken ihre Schiffe durch die Karibik um ebenfalls Reichtümer anzuhäufen, wodurch sich die Nachfrage stets schnell verändern kann. Außerdem hat jede Stadt auch einen gewissen Eigenbedarf, der gedeckt werden muss. Die ansässigen Menschen müssen schließlich auch was essen. Gebäude die gebaut werden, brauchen Materialien und einen gewissen Luxus möchte ja auch so mancher eins genießen. Seuchen könnten ebenfalls auftreten, wodurch sich der Eigenverbrauch einiger Güter erhöht. Daher bleibt immer wachsam und seid euch niemals zu sicher, wenn ihr denkt lukrative Handelsrouten errichtet zu haben.

Hier kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Handelsrouten sind sehr wichtig und können euch eine Menge Arbeit abnehmen, sobald ihr mehrere Konvois habt. Natürlich könnt ihr auch manuell alles abklappern, doch auf der recht großen Karte ständig von Konvoi zu Konvoi zu wechseln und den Kurs angeben, ohne die Übersicht zu verlieren, ist alles andere als leicht. Es hilft allerdings bereits, dass man die Zeit auch pausieren kann. Davon ab bietet das Spiel 4 verschiedene Spielgeschwindigkeiten, durch die man jederzeit hin und herwechseln kann. Dazu zählen die 0,5-, 1-, 3-, sowie 5-fache Geschwindigkeit. Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich die Geschwindigkeit automatisch verändert, je nachdem wie weit man rein- oder rausgezoomt hat. Hier bietet das Spiel auch das schöne Feature, dass man wirklich sehr nah heranzoomen und seinen Konvoi quasi aus der Third Person Perspektive beobachten kann. Dies ist ein durchaus schönes Gefühl, wenn man so über die Gewässer schippert und sich dabei umschaut

Zurück zu den Handelsrouten. Hier muss, nach Erstellung einer Route, diese erstmal bearbeitet werden. Das bedeutet so viel wie, Städte hinzufügen, die Strecke mithilfe von speziellen Ankerpunkten anpassen und eben einstellen, in welcher Stadt was gekauft oder verkauft werden soll. Dabei kann man es den Konvois automatisch überlassen oder manuell genau einstellen was die maximale Grenze an Waren und Einkaufspreisen, bzw minimale Grenze bei Verkaufspreisen ist. Bei der Route selber ist darauf zu achten, wie der Wellengang ist. Es gibt windstille Gebiete, wodurch sich die Konvois eher langsam hindurchkämpfen, gleichzeitig gibt es auch stürmische Gebiete, durch die sich ein Konvoi zwar sehr flink vom Wind hindurch tragen lassen kann, doch dafür auch ein großes Risiko eingeht. So ein Sturm ist immerhin nicht ungefährlich, was einem spätestens dann bewusst werden sollte, wenn man die ersten Herrenlosen Güter vorfindet, die von einem im Sturm untergegangenen Schiff stammen. Dies ist ohnehin einer der Punkte, der den Handelsspaß ein wenig auflockert. Man kann hier und da, wenn man die Augen offen hält, Sachen finden. Teilweise Güter, die man zum besten Preis verkaufen kann, immerhin musste man sie nicht einkaufen, teilweise aber auch Schiffbrüchige, die im Wasser herumtreiben und auf Rettung hoffen. Wenn man diese aufnimmt, kann man diese zwar nicht verkaufen aber es passiert gerne mal, dass man, sobald diese in ihrer Heimatstadt abgeliefert wurden, eine Belohnung erhält, wie z.B. eine Baugenehmigung für eben genau diese Stadt. Auf die Baugenehmigungen gehe ich später nochmal ein. Was allerdings auch passieren kann ist, dass man eine Flaschenpost findet in der ein Stück einer Schatzkarte steckt. Ja, man kann in Port Royale 4 auch auf Schatzsuche gehen! Allerdings ist das Ganze natürlich nicht ganz so einfach. Man kann sich nämlich erst auf Schatzsuche begeben, wenn man das mittlere Kartenstück gefunden hat. Sobald man dieses allerdings gefunden hat, steht einer guten alten Schatzsuche nichts mehr im Wege! Übrigens gibt es hier und da auch mal NPCs in einigen Städten, die euch ein Kartenstück verkaufen. Günstig ist dies natürlich nicht, leider kann ich auch nicht sagen wie lohnenswert das Auffinden eines Schatzes am Ende ist, denn leider muss ich zugeben, dass ich bisher kein Kartenmittelstück finden konnte.

 

Aufbauen und Zerstörung sind wie zwei Seiten einer Medaille!

Neben dem Handel müsst ihr auch stets auf eure Städte achten. Die Bewohner müssen zufrieden sein, denn je zufriedener die Bewohner sind, desto besser arbeiten sie und umso mehr Güter stehen zum Handel zur Verfügung. Nach und nach ist es euch auch möglich die Verwaltung weiterer Städte an euch zu reißen. Dazu braucht ihr jedoch die entsprechende Genehmigung vom Vizepräsidenten. Also solltet ihr immer darauf achten euch gut mit diesem zu stellen und bei ihm so viel Ruhm wie möglich zu sammeln. Ruhm bekommt ihr auf unterschiedlichem Wege. Entweder erfüllt ihr einfach die Wünsche des Vizepräsidenten, erfüllt eure Aufgaben oder jagt Piraten. Mit den Ruhmpunkten könnt ihr vom Vizepräsidenten verschiedene Genehmigungen erhalten. Sei es eine um einen weiteren Kapitän einstellen zu dürfen, um bestimmte Bauwerke bauen zu können oder den einen oder anderen Bonus zu erhalten. Persönlich war ich hier sehr vorsichtig noch, weil ich schon befürchtet habe, dass die Kampagne einem ziemlich erbarmungslos in die Mangel nimmt, wenn man zu eigenmächtig Entscheidungen trifft. Soviel jedenfalls zum Ruhm. Bezüglich der Gebäude, die ihr errichten könnt, gibt es so Einige zur Auswahl. Viele dienen dazu Güter herzustellen. Sei es Weizen, Holz oder gar irgendwelche Luxusgüter. Hier wird auch unterschieden zwischen Güter, die angebaut oder abgebaut werden können, sowie solcher, die erst hergestellt werden müssen. Kleidung z.B. müsst ihr natürlich erst herstellen und dazu braucht ihr bestimmte Güter, um dies tun zu können. Wenn eure Stadt diese Güter nicht selber produziert, müsst ihr per Handel für eine flüssige Versorgung sorgen. Bei den Gütern, die hergestellt werden können, gibt es auch noch zu beachten, dass ihr lediglich 7 verschiedene Güter pro Stadt herstellen könnt. Also solltet ihr euch gut überlegen auf was ihr euch spezialisieren wollt. Bestenfalls stimmt ihr euch mit den benachbarten Städten ab, damit ein reibungsloser schneller Handel möglich ist. Habt ihr euch für ein Gut entschieden, z.B. Weizen, könnt ihr dies im Baumenü auswählen und bekommt ein verschiedenfarbiges Raster vorgesetzt. Je grüner das Feld, desto effektiver ist das Gebäude. Ist ein Feld weiß, sollte man das Gebäude dort auf keinen Fall hinsetzen. Baut man z.B. 4 Weizenfelder nebeneinander, schließen die sich zusammen und geben gewisse Bonis, für eine effektivere Produktion. Davon abgesehen gibt es allgemein immer positive oder negative Auswirkungen, je nachdem welche Gebäudetypen in der Umgebung stehen. Menschen wollen schließlich weniger neben Gebäuden wohnen, die besonders laut sind oder unangenehme Gerüche verbreiten. Doch gibt es auch hier und da Ausnahmen, wie z.B. die Brauerei, die, wieso auch immer, effektiver ist, wenn sie in der Nähe von einem Wohngebiet steht.

Ansonsten müsst ihr auch darauf achten, dass genug Wohngebiete verfügbar sind und notfalls neue bauen. Genauso wie Tavernen, um die Zufriedenheit zu fördern, Kirchen oder Arztpraxen. Es gibt so einige Gebäude, die ihr bauen könnt und die unterschiedliche Auswirkungen haben. Außerdem solltet ihr auch darauf achten genügend Arbeitssuchende in der Stadt zu haben, damit es so wenige freie Arbeitsstellen wie möglich gibt, denn jede freie Arbeitsstelle bedeutet weniger Effektivität. In der Regel werde automatisch immer wieder neue Matrosen vorbeigefahren, die sich Arbeit suchen, doch kann man dies auch manuell unterstützen, in dem man einfach eigene Matrosen feuert bzw. in anderen Städten mit dem Konvoi auflädt und in der Stadt, wo sie benötigt werden wieder entlädt. Böse Zungen könnten von einer Art “Menschenhandel” sprechen, doch keine Sorge… Matrosen sind stets kostenlos.

Manchmal ist es auch praktisch in fremden Städten Güter anbauen zu lassen, weil diese dort eventuell effektiver angebaut werden können. Hierzu braucht es allerdings eine Baugenehmigung, die ich oben bereits einmal kurz erwähnt habe. Wie bekommt man eine Baugenehmigung ohne das Glück zu haben, dass ein Schiffsbrüchiger auf einem wartet, dessen Rettung uns eine Baugenehmigung als Belohnung beschert? Ganz einfach… handeln. Handeln, handeln und nochmals handeln. Handelt so viel wie möglich mit der jeweiligen Stadt. Achtet darauf, dass ihr dort viele knappen Ressourcen verkauft, die nicht mehr als 2 von 4 Balken in der Übersicht haben und erarbeitet euch so das Vertrauen der jeweiligen Stadt. Halten sie euch für Vertrauenswürdig, bieten sie euch eine Baugenehmigung an. Diese kostet aber natürlich einiges an Gold, die ihr dafür investieren müsst. Anschließend steht euch nichts mehr im Wege, außer ihr wollt etwas errichten, wofür ihr noch zusätzlich eine Genehmigung des Vizepräsidenten braucht… Was wäre eine Menschenwelt auch ohne ihre ewig komplexe Bürokratie?

Davon ab gibt es auch noch Handelslizenzen, die ihr bei Städten fremder Nationen erwerben könnt. Erst, wenn ihr diese besitzt, wird euch gestattet dort Handel zu betreiben. Es sei denn die edlen Monarchen entscheiden sich ihrer Machtgier zu frönen und infolgedessen Kriege zu führen. Natürlich ist euch nämlich nicht gestattet mit einer Nation Handel zu betreiben, die mit eurer angehörigen Nation im Krieg steht. Da könnt ihr einfach auch nicht viel tun als abwarten, bis der Krieg vorbei ist, soweit ich es verstanden habe. Was ihr allerdings tun könnt ist euer Vaterland im Krieg zu unterstützen, indem ihr in den Kampf zieht, solltet ihr Kampfbereite Schiffe besitzen…

An dieser Stelle kommen wir zum Kampfsystem. Dies läuft rundenbasiert ab. In vergangenen Port Royale Ablegern soll dies meines Wissens nach in Echtzeit abgelaufen sein. Da Teil 4 leider mein erstes Port Royale ist, kann ich dies allerdings nicht mit Gewissheit sagen. Im aktuellen Ableger ist es jedenfalls so, dass ihr euch sehr strikt mit dem Gegner abwechselt. Ein Schiff ihr, ein Schiff er. Jedes Schiff hat seine eigene Stärke, seine eigenen Bewegungspunkte und natürlich auch seine eigenen Lebenspunkte. Wenn euer Konvoi mehr Schiffe zur Verfügung hat, als der Gegner, seid ihr natürlich auch entsprechend öfters pro Runde dran. Eine Runde ist erst vorbei sobald beide Seiten all ihre Schiffe benutzt haben. Wie man es von taktischen RPGs kennt, steuert ihr eure Schiffe über die Hexagon Felder und versucht euch bestmöglich zu platzieren um euren Gegner angreifen zu können. Jedes Schiff kann in jeder Runde zweimal angreifen, wenn man es von den Bewegungs-, und Manövrierpunkten her schafft sie korrekt zu platzieren. Jedes Schiff hat schließlich zwei Seiten, die mit Kanonen bestückt sind. Es gibt auch 3 Angriffsarten, die euch zur Verfügung stehen. Entweder greift ihr den Rumpf des Gegners an und versucht ihn so zu versenken, ihr greift mit Streumunition an, um die Besatzung soweit zu eliminieren wie möglich oder ihr versucht das gegnerische Schiff zu entern, um euch dessen Schiff zu bemächtigen. Die ersten beiden Punkte dürften keine nähere Erklärung brauchen. Das Entern dagegen schon. Hier hat jedes Schiff seine eigene effektive Stärke, die dadurch beeinflusst wird, wie viele Matrose am Bord sind. Schaltet ihr also so viel von der Besatzung aus wie möglich, reduziert sich diese Stärke entsprechend. Wenn ihr euch auf einen Enterkampf einlasst, gewinnt in der Regel das Schiff mit der höheren Stärke. Denkt aber nicht, dass wenn ihr nur 10 Punkte mehr als der Gegner habt, euch der Sieg gewiss ist! Wenn ihr den Gegner anvisiert seht ihr bereits eine “%” Zahl, die euch zeigt, wie hoch die Chance ist, dass ihr gewinnt. Wenn diese nur 60% beträgt, darf man sich nicht wundern, wenn man dann doch verliert. Beträgt diese 100%, könnt ihr dagegen eurer arroganten großkotzigen Piratennatur freiem Lauf lassen. Ist ein Schiff geentert, wird dieses für den restlichen Kampf als Bewegungsunfähig quasi aus dem Kampf genommen. Aber Vorsicht! Beachtet, dass euer angreifendes Schiff für satte 3 Runden außer Gefecht gesetzt wird! Ihr solltet euch also sicher sein, dass das Entern aktuell auch die richtige Entscheidung ist. Verliert ihr allerdings das Duell, so ist euer angreifendes Schiff nur für eine Runde bewegungsunfähig, während der Gegner ganz normal weiter machen kann.

Dazu gibt es auch verschiedene Taktiken, die ihr einsetzen könnt. Einige normale Taktiken könnt ihr immer wieder nach einer gewissen Abklingzeit einsetzen, wie z.B. ein Feld um euch herum für 3 Runden in Flammen zu setzen, wodurch jedes Schiff Schaden nimmt, welches dadurch fährt. Sogenannte “Kapitänstaktiken” könnt ihr dagegen nicht beliebig oft einsetzen. Diese bekommt ihr nämlich durch erledigen von Aufträgen. Nutzt ihr diese, ist diese aufgebraucht, bis ihr eben wieder neue erhaltet. Außerdem hängt die Stufe der nutzbaren Kapitänstaktiken von der Stufe des jeweiligen aktiven Kapitäns ab, die ihr auch hochleveln könnt, in dem ihr sie Erfahrung sammeln lasst. Dazu reicht es schon mit ihnen über das Meer zu schippern.

Ansonsten seht ihr oben eine grün/rote Anzeige. Die grüne Seite steht für euch, die rote für den Gegner. Die Zahl die dort oben steht gibt eure allgemeine Kampfeskraft an, sowie die des Gegners. Dies ist besonders wichtig, wenn ihr die Kämpfe automatisch durchlaufen lassen möchtet, da hier strikt der mit der höheren Zahl gewinnt. Seid ihr im Nachteil, müsst ihr kämpfen, wenn ihr keine Niederlage wollt. Sobald ihr es im manuellen Kampf geschafft habt, den Kräfteunterschied umzudrehen, gibt es die Möglichkeit den Kampf von diesem Punkt aus automatisch weiterführen zu lassen, wodurch euch eine Auswertung angezeigt wird, die ihr entweder annehmen oder ablehnen könnt. Lehnt ihr diese ab, kehrt ihr zum Kampf zurück.

Kämpfe finden stand, wenn sich eure Nationen im Krieg befinden, ihr auf Piraten trefft oder aber ihr den “Piratenmodus” aktiviert und somit selbst Schiffe eurer eigenen Nation plündern wollt. Doch Vorsicht, hierbei verliert ihr Ruhm. Dies kann also auch sehr schnell nach hinten losgehen, wenn ihr nicht vorsichtig seid.

 

Da holt mich doch der Klabautermann!

Wer meine bisherigen Reviews gelesen hat wird wohl festgestellt haben, dass ich einige Dinge, wie die grafische Qualität etwas stiefmütterlich behandele. Dies liegt einfach daran, dass ich der Auffassung bin, dass diese einfach keine große Rolle spielen, da das Design der Welt letzten Endes entscheidet, ob ein Spiel gut aussieht oder nicht. Wem die grafische Qualität allerdings wichtig ist, der ist, denke ich einfach besser bedient, sich Gameplay Material anzuschauen, da das Empfinden dabei auch sehr subjektiv ist, weshalb ich es als nicht wertbar empfinde. Dennoch fühle ich mich dazu gezwungen zu erwähnen, dass die grafische Qualität der Switch Version von Port Royale 4 leider doch etwas enttäuschend ist. Ich habe mir Videos von der PC Version angesehen, um dies zu vergleichen und musste feststellen, während es auf dem PC auch wirklich aussieht, als ob man über das Meer schippert, sieht es auf der Switch eher aus, als ob man über einen blauen Teppich rüber geführt wird. Dies ist extrem schade, da das Spiel stark davon profitieren würde, wenn wenigstens ein wenig mehr “Meer-Feeling” aufkommen würde, da es an sich halt schon ein tolles Gefühl ist, wenn man nah rangezoomt, dem Schiff folgend, übers Meer schippert. Ich muss sogar soweit gehen und behaupten, dass selbst Port Royale 1 über eine bessere grafische Qualität bezüglich des Meeres verfügt. Dazu habe ich mir nämlich ebenfalls ein Video zum Vergleich angesehen. Der Stil mag anders sein, aber beim Meer war einfach mehr Bewegung im Spiel, wodurch es insgesamt erheblich qualitativer und lebendiger wirkt. Und dabei ist der erste Teil auch schon fast 20 Jahre alt. Da hat der Tropico 6 Port schon eine bessere Figur gemacht.

Ansonsten ruckelt das Spiel trotzdem während der Nahansicht. Es ist glücklicherweise kein störende Ruckeln, da die FPS recht konstant auf einem niedrigeren Niveau zu bleiben scheinen. Es fällt aber schon etwas auf, dass sich die Kamera mit nicht sonderlich vielen Bildern bewegt. Zumindest soweit ich es beurteilen kann. Andere werden das besser beurteilen können. Ich muss allerdings auch anmerken, dass man in den Optionen noch einige paar Einstellungen runterschrauben kann. Dies habe ich ehrlich gesagt vergessen auszuprobieren. Dennoch sei zumindest noch erwähnt, dass das Spiel trotz Allem einige hübsche Momente hat, wie z.B. wenn man gen Sonnenuntergang/Sonnenaufgang segelt oder sich die Zeit nimmt, sich ein wenig mehr umzuschauen und dabei z.B. einen Schwarm Vögel entdeckt.

Der größte Kritikpunkt dürfte wohl leider die Steuerung sein, die wirklich furchtbar umgesetzt wurde. Positiv anzumerken ist, dass sogar eine leichte Touchsteuerung unterstützt wird. Negativ anzumerken ist jedoch, dass diese, zumindest soweit ich es herausfinden konnte, sich eher nur auf die Kamera und das Öffnen der Karte zu begrenzen scheint. Entweder sind meine Finger zu dick oder sonst wie zu unförmig oder es ist tatsächlich nicht möglich die Menüs via Touchscreen zu bedienen. Doch die Steuerung via Tasten könnte auch kaum umständlicher umgesetzt sein. Es ist bereits etwas gewöhnungsbedürftig, dass man die Dialoge vom Erklärbär Sammy, während des Tutorials, via der “-” Taste weiterklicken muss, doch daran gewöhnt man sich. Verwirrender wirds dann, wenn man bei einigen Menüs manchmal A und manchmal X zur Bestätigung drücken muss. Außerdem ist die gesamte Bedienung der Handelsrouten, die Navigation durch die Menüs, im Prinzip so gut wie alles, recht unbeholfen und umständlich. Ich verstehe auch nicht, wieso man bei den Menüs manchmal nur via Control Stick und manchmal nur via Steuerkreuz navigieren kann. Und selbst bei den Kämpfen ist das Drehen der Schiffe ziemlich unbeholfen. Ich musste da teilweise schon ziemlich kämpfen, bis sich das Schiff endlich in die Richtung gedreht hat, in der ich dessen Zug abschließen wollte. Das geht eindeutig besser.

Insgesamt wirkt es leider eher so, als ob man den leichtesten Weg der Portierung gesucht hätte, ohne es für die Nintendo Switch vernünftig zu optimieren, was einfach sehr schade ist, auch wenn diese Art von Spielen natürlich schon immer eine wirkliche Herausforderung für Konsolen waren. Wenn ich mir allerdings Tropico 6 anschaue, habe ich keine Zweifel daran, dass bei Port Royale 4 mehr drin gewesen wäre.

Ich wünschte mir auch, dass man sich beim Handelsbildschirm anzeigen lassen könnte, welches Symbol nun welches Gut darstellen soll. Gerade, da der Bildschirm der Switch recht klein ist, ist es etwas schwierig im Handheld, sowie im Tabletop Modus zu erkennen. Es ist allerdings auch möglich, dass ich nur nicht herausgefunden habe, wie man sich die Infos anzeigen lassen kann. Ohnehin ist alles sehr überladen mit Befehlen und Menüs. Irgendwann lernt man allerdings auch diese Symbole gut genug kennen, dass es auch so geht. Lediglich bei einigen wenigen bleibt es später weiter schwierig, da sie sich bei so einem kleinen Bildschirm zu ähnlich sehen, zumindest wenn man wie ich nicht besten Augen hat.

Dazu würde ich mir beim Handelsrouten Menü eine Funktion wünschen, worüber man sich direkt die Warenübersicht der hinzugefügten Städte anzeigen lassen kann. Ich schließe nicht aus, dass in dem Steuerungswirrwarr auch hier eine Möglichkeit irgendwo versteckt ist, doch da ich die nicht fand, musste ich mich umständlich aus allen Menüs rausklicken, auf die entsprechende Stadt gehen, da die Angebote anschauen, mir merken, was da wo nun sinnvoll wär zu kaufen oder zu verkaufen, um dann wieder dort aus den Menüs rauszugehen, das Handelsroutenmenü zu öffnen, dort die entsprechende Route zu wählen, auf bearbeiten klicken und dann die Städte in der Liste auswählen, um endlich einzustellen, welche Güter dort gekauft oder verkauft werden sollen. Ja es ahnt so leider eher in Arbeit aus.

Positiv ist dafür anzumerken, dass die Ladezeiten angenehm gehalten wurden. Diese bleiben stets unter 20 Sekunden, soweit ich es gesehen habe. Außerdem ist die deutsche Synchro sehr stark. Der Erklärbär Sammy wurde fantastisch vertont und auch die Dialoge sind gut geschrieben. Das Tutorial hat mir daher durchaus Spaß gemacht. Auch die Musik, sowie Klangkulisse wissen zu überzeugen.

Die Kampagne empfand ich dagegen eher als langweilig. Ich habe die leider nicht sonderlich weit spielen können, da ich mir ein Weiterkommen selber verbaut habe, da ich es gewagt habe einen weiteren Konvoi zu kaufen, um eine Handelsroute einzurichten, die meine Stadt mit ihrer Überproduktion helfen sollte, welche aufgrund der Missionsziele entstand. Jedenfalls habe ich am Ende nur noch minus gemacht, saß so tief in den roten Zahlen, dass ich nicht einmal mehr Güter kaufen konnte, um Gold zu verdienen, wodurch ich mich nun dazu entschlossen habe das Review direkt zu schreiben, da ich denke, dass ich ohnehin soweit alles gesehen habe und da nichts mehr groß kommen wird. Letzten Endes besteht die Kampagne eh einfach nur aus “Baue dies, baue das” und sobald die Ziele erreicht werden, kommen quasi dieselben Ziele nochmal nur diesmal mit “grünem” Anstrich. Dann heißt es vielleicht mal Kakao anbauen, anstelle von Baumwolle. Eine wirkliche Geschichte wird dabei auch nicht erzählt. Wirkliche Spannung will also nicht aufkommen und man klappert eigentlich nur die Städte ab, um genug Gold zusammenzubekommen, um die benötigten Gebäude zu bauen. Immerhin ist das Spiel eh ziemlich gnadenlos, wenn man es wagt, einfach so Dinge zu bauen oder zu tun, die von der Kampagne nicht vorgesehen sind. Daher sollte man wirklich vorsichtig sein und lieber nur das Nötigste machen, was verlangt wird, ansonsten navigiert man sich sehr schnell in eine Sackgasse und erleidet Schiffbruch. Was aber hübsch gemacht wurde, sind die Intros zur Kampagne. Die gefielen mir an der Kampagne eindeutig am Besten.

Letzten Endes würde ich Spielern eher den “Freies Spiel” Modus empfehlen, um sich dort in Ruhe so auszutoben, wie man Spaß daran hat, anstatt sich durch die nichtssagende Kampagne durchzuarbeiten. Doch sicherlich wird es auch da Spieler geben, die selbst daran ihre Freude finden.

 

 

 

 

 

 

Infos, Fazit und Wertung auf Seite 2

Autor:Weir D. Cris

Hallo ich bin ein Blubb. Und Blubbs mögen Spiele. Ich spiele Spiele also bin ich ein Blubb! Ab und zu schreibe ich sogar über Spiele! Das macht mich zu einem Oberblubb mit Händen! Möge der Blubb mit euch sein!

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