PCIe 4.0 SSDs unter 80 Euro: Drei Gaming-Modelle im Check

Eine günstige PCIe-4.0-SSD für Gaming muss nicht langsam sein. Zwischen Lexar NM790, WD_BLACK SN770 und Crucial P3 Plus liegen bei den Herstellerangaben jedoch bis zu 2.400 MB/s beim sequenziellen Lesen und 2.900 MB/s beim Schreiben.

PCIe 4.0 SSDs unter 80 Euro: Drei Gaming-Modelle im Check

Noch größer ist die Differenz bei der Schreibhaltbarkeit: 1.000 TBW stehen 220 TBW gegenüber.

Alle drei Laufwerke nutzen den M.2-2280-Formfaktor, PCIe 4.0 x4 und NVMe 1.4. Für Spiele sind sie damit grundsätzlich passend. Die technische Basis ist trotzdem nicht identisch. Lexar und Western Digital setzen auf TLC-NAND. Crucial verwendet QLC-NAND. Genau dieser Unterschied entscheidet mit darüber, ob die SSD nur als günstiger Spiele-Speicher oder auch als belastbares Systemlaufwerk überzeugt.

Die drei Modelle im direkten Vergleich

Die folgenden Werte sind maximale sequenzielle Herstellerangaben. Sie beschreiben große, zusammenhängende Datenströme. Ladezeiten in Spielen skalieren nicht linear mit diesen Zahlen. Für die Einordnung der Hardware sind sie trotzdem relevant, vor allem bei Installationen, großen Updates und Kopiervorgängen.

ModellLesenSchreibenSpeicherzellenTBWGarantie
Lexar NM790 1 TBbis zu 7.400 MB/sbis zu 6.500 MB/s3D-TLC, 232 Layer1.000 TBW5 Jahre
WD_BLACK SN770 1 TBbis zu 5.150 MB/sbis zu 4.900 MB/s3D-TLC600 TBW5 Jahre
Crucial P3 Plus 1 TBbis zu 5.000 MB/sbis zu 3.600 MB/s3D-QLC, 176 Layer220 TBW5 Jahre

Die Lexar NM790 liegt beim sequenziellen Lesen nominell rund 44 Prozent vor der WD_BLACK SN770 und 48 Prozent vor der Crucial P3 Plus. Beim Schreiben beträgt der Abstand zur SN770 rund 33 Prozent, zur P3 Plus rund 81 Prozent.

Diese Differenzen sind bei typischen Spieleinstallationen nicht automatisch in gleicher Größenordnung sichtbar. Ein Spiel besteht nicht nur aus einer großen Datei. Viele kleine Dateien, Kompression, Entpackvorgänge, die CPU-Leistung und die Arbeitsweise des jeweiligen Launchers beeinflussen den Ablauf. Der Vorteil der NM790 zeigt sich deshalb stärker bei großen Kopiervorgängen, Installationen und parallelen Schreiblasten als beim simplen Start eines Spiels.

Auch der Sprung von einer älteren SATA-SSD auf ein PCIe-4.0-Laufwerk ist in der Praxis meist relevanter als der Wechsel zwischen zwei bereits schnellen NVMe-SSDs. Wer also schon eine brauchbare PCIe-3.0- oder PCIe-4.0-SSD verwendet, sollte von einem Modellwechsel keine dramatisch kürzeren Ladezeiten erwarten. Bei einem Neukauf zählt dagegen das Gesamtpaket aus Preis, Kapazität, Schreibverhalten und Haltbarkeit.

Die Spitzenwerte entscheiden nicht allein über die Gaming-Leistung. Der NAND-Typ und die Schreibleistung nach dem Cache sind die wichtigeren Langzeitfaktoren.

Lexar NM790: Der Performance-Sieger mit 7.400 MB/s

Die Lexar NM790 1 TB ist das technisch stärkste Modell dieses Vergleichs. Sie erreicht bis zu 7.400 MB/s beim Lesen und 6.500 MB/s beim Schreiben. Damit nutzt sie die theoretischen Möglichkeiten von PCIe 4.0 x4 deutlich besser aus als die beiden Konkurrenten.

Der Controller ist ein DRAM-loser Maxio MAP1602A. Lexar kombiniert ihn mit 232-Layer-3D-TLC-NAND von YMTC. Ein eigener DRAM-Baustein fehlt. Stattdessen arbeitet die SSD mit Host Memory Buffer, also einem reservierten Bereich des Arbeitsspeichers für Verwaltungsdaten. Das ist bei modernen NVMe-SSDs kein Sonderfall. Es reduziert die Bauteilkosten, verändert aber die Architektur gegenüber Laufwerken mit dediziertem DRAM-Cache.

Für ein Gaming-System ist diese Kombination schlüssig. TLC speichert drei Bits pro Speicherzelle, QLC vier. TLC ist dadurch grundsätzlich auf eine höhere Schreibhaltbarkeit ausgelegt. Die NM790 erreicht beim 1-TB-Modell 1.000 TBW. Das sind 400 TBW mehr als bei der SN770 und 780 TBW mehr als bei der P3 Plus.

Die 7.400 MB/s beim Lesen sind vor allem für Nutzer interessant, die große Spielebibliotheken verwalten, regelmäßig Daten zwischen mehreren schnellen Laufwerken verschieben oder die SSD auch für Videodateien und andere umfangreiche Daten verwenden. Wer ausschließlich Spiele startet und spielt, wird den Abstand zu einer guten Mittelklasse-SSD nicht bei jedem Ladevorgang bemerken. Die hohe Spitzenleistung ist dennoch ein sinnvoller Bonus, wenn das Laufwerk neben Spielen auch als Arbeits- oder Systemlaufwerk dienen soll.

Die NM790 bleibt der klare Preis-Leistungs-Kandidat, sofern sie tatsächlich im Zielbereich unter 80 Euro angeboten wird. Der Tagespreis schwankt. Eine pauschale Kaufempfehlung unabhängig vom Händlerpreis wäre deshalb nicht belastbar. Technisch liefert Lexar in diesem Vergleich aber die höchste Leistung und die höchste TBW-Angabe.

Der relevante Vorbehalt: DRAM-los ist nicht gleich langsam

Ein DRAM-loses Design ist kein Ausschlusskriterium. Der Host Memory Buffer übernimmt einen Teil der Verwaltungsarbeit. Für Spiele und normale Desktop-Lasten genügt das in der Regel. Die SSD reagiert im Alltag deshalb nicht automatisch träge, nur weil kein eigener DRAM-Chip auf der Platine sitzt.

Anders sieht es bei langen, nahezu durchgehenden Schreibvorgängen aus. SSDs nutzen einen Teil des NAND als schnellen SLC-Cache. Ist dieser Bereich ausgelastet, kann die Schreibrate sinken. Die maximalen 6.500 MB/s sind deshalb kein Wert, den die NM790 bei jeder Dauerlast konstant halten muss.

Das gilt nicht nur für Lexar. Auch die WD_BLACK SN770 arbeitet ohne dedizierten DRAM-Cache. Die Maximalwerte aus den Datenblättern sollten als Spitzenwerte gelesen werden, nicht als garantiertes Dauertempo. Für eine Spielebibliothek, Windows und normale Downloads ist dieser Unterschied weniger problematisch als für regelmäßige, sehr große Schreibvorgänge.

WD_BLACK SN770: Solide Mittelklasse für Gaming-Systeme

Die WD_BLACK SN770 1 TB ist langsamer als die NM790, aber technisch ausgewogener als die P3 Plus. Western Digital gibt bis zu 5.150 MB/s beim Lesen und 4.900 MB/s beim Schreiben an. Beim Lesetempo liegt sie damit nur 150 MB/s über der Crucial. Beim Schreiben beträgt der Vorsprung gegenüber der P3 Plus 1.300 MB/s.

Western Digital verwendet einen eigenen SanDisk-4-Kanal-Controller ohne dedizierten DRAM-Cache. Der Speicher basiert auf 3D-TLC-NAND. Die garantierte Schreibleistung liegt bei 600 TBW. Damit erreicht die SN770 60 Prozent der TBW-Angabe der Lexar und fast das 2,7-Fache der Crucial P3 Plus.

Für einen Gaming-PC ist die SN770 deshalb ein vernünftiger Mittelweg. Sie bietet TLC-Speicher, eine deutlich höhere Haltbarkeit als die P3 Plus und solide PCIe-4.0-Werte. Die Spitzenleistung ist nicht die höchste im Vergleich. Der technische Kompromiss fällt aber kontrolliert aus.

Die SN770 passt besonders zu drei Szenarien:

  • Als Systemlaufwerk für Windows und Spiele, wenn eine TLC-basierte Plattform bevorzugt wird.
  • Als zusätzliches Spielelaufwerk, wenn die Lexar NM790 nur geringfügig günstiger oder nicht verfügbar ist.
  • Als Upgrade für einen älteren PC mit PCIe-4.0-Unterstützung, bei dem nicht die maximalen Benchmarkwerte, sondern eine stimmige Gesamtlösung zählt.

Der Kaufpreis entscheidet bei diesem Modell stärker über das Urteil. Liegt die SN770 deutlich unter der NM790, ist der Leistungsverzicht bei Spielen meist leichter zu akzeptieren. Kostet sie ähnlich viel, sprechen die 7.400 MB/s beim Lesen und 1.000 TBW der Lexar klar gegen die Western Digital.

Wo die SN770 gegenüber der NM790 verliert

Beim sequenziellen Lesen fehlen der SN770 2.250 MB/s. Das entspricht rund 30 Prozent weniger nomineller Bandbreite. Beim Schreiben beträgt der Rückstand 1.600 MB/s oder rund 25 Prozent.

Diese Zahlen klingen im Datenblatt erheblich. In Spielen bleibt der praktische Abstand häufig kleiner, weil die SSD nicht der einzige Engpass ist. CPU, Dekompression, Arbeitsspeicher und die Datenstruktur des jeweiligen Spiels beeinflussen die Ladezeit. Ein Wechsel von einer langsamen SATA-SSD auf die SN770 ist deutlich relevanter als der Wechsel von der SN770 auf die NM790.

Die SN770 ist also kein Fehlkauf. Sie ist schlicht nicht der Performance-Sieger dieses Vergleichs. Ihr Vorteil liegt in der Kombination aus TLC-NAND, 600 TBW und einer etablierten Mittelklasse-Position. Für viele Gaming-Systeme ist das die vernünftigere Eigenschaft als ein möglichst hoher Wert auf der Verpackung.

Crucial P3 Plus: QLC-Speicher als Budget-Option

Die Crucial P3 Plus 1 TB ist in diesem Vergleich auf den niedrigsten Anschaffungspreis ausgelegt — ob sie am Markt tatsächlich am günstigsten angeboten wird, hängt vom tagesaktuellen Angebot ab. Crucial gibt bis zu 5.000 MB/s beim Lesen und 3.600 MB/s beim Schreiben an. Beim Lesen liegt sie nur 150 MB/s hinter der WD_BLACK SN770. Beim Schreiben fällt der Abstand mit 1.300 MB/s deutlich größer aus.

Der zentrale Unterschied steckt im NAND. Die P3 Plus verwendet Micron-176-Layer-3D-QLC. QLC speichert vier Bits pro Zelle. Das erhöht die Speicherdichte und senkt die Produktionskosten. Die Kehrseite ist eine deutlich niedrigere garantierte Schreibhaltbarkeit. Für die 1-TB-Version nennt Crucial 220 TBW.

Im Vergleich zur Lexar entspricht das nur 22 Prozent der TBW-Angabe. Gegenüber der WD_BLACK SN770 erreicht die P3 Plus rund 37 Prozent. Das macht sie nicht automatisch ungeeignet für Spiele. Spiele lesen viele Daten und schreiben im normalen Betrieb deutlich weniger als etwa eine Video-Workstation oder ein Rechner mit ständigem Daten-Rendering.

Die P3 Plus passt daher zu einem klar abgegrenzten Einsatz:

  • Als günstiges Laufwerk für eine große Spielebibliothek.
  • Als zweites Laufwerk, auf dem überwiegend installierte Spiele liegen.
  • Als Upgrade, wenn die vorhandene SSD zu klein ist und der Preis das wichtigste Kriterium darstellt.

Weniger passend ist sie als dauerhaft stark belastetes Arbeitslaufwerk. Große Spieleinstallationen, Updates und das Verschieben umfangreicher Daten können die Grenzen eines QLC-Laufwerks schneller sichtbar machen. Nach dem SLC-Cache kann die Schreibrate sinken. Die nominellen 3.600 MB/s sind daher ebenfalls ein Spitzenwert.

Für ein reines Spielearchiv ist die P3 Plus trotzdem nicht grundsätzlich falsch. Der typische Zugriff besteht dort überwiegend aus Lesevorgängen. Kritischer wird die Entscheidung, wenn die SSD gleichzeitig als Systemlaufwerk, Download-Ziel, temporärer Speicher und Arbeitslaufwerk genutzt wird. Dann können sich die niedrigere TBW-Angabe und das veränderte Schreibverhalten unter längerer Last bemerkbar machen.

Die Crucial P3 Plus spart beim NAND. Für ein reines Spielearchiv kann das reichen. Als Allround-SSD mit hoher Schreiblast ist TLC die belastbarere Wahl.

TLC gegen QLC: Warum TBW beim Kauf zählt

TBW steht für Terabytes Written. Der Wert beschreibt die vom Hersteller garantierte Schreibleistung über die Garantiezeit beziehungsweise bis zum Erreichen des angegebenen Limits. Es handelt sich nicht um eine tägliche Schreibgrenze und auch nicht um eine präzise Vorhersage des Ausfallzeitpunkts.

Für den Vergleich ist TBW trotzdem nützlich. Die Werte zeigen, wie unterschiedlich die drei 1-TB-SSDs positioniert sind:

1. Lexar NM790: 1.000 TBW. Die höchste Reserve im Vergleich. Das Laufwerk eignet sich damit auch für Systeme, auf denen regelmäßig große Datenmengen geschrieben werden.

2. WD_BLACK SN770: 600 TBW. Ein deutlich niedrigerer Wert als bei Lexar, aber weiterhin klar oberhalb der Crucial.

3. Crucial P3 Plus: 220 TBW. Für ein Spielelaufwerk ausreichend dimensioniert, für hohe Dauerlast aber die schwächste Option im Feld.

TLC und QLC sind keine Qualitätsklassen, die jedes Nutzungsszenario allein entscheiden. Der Einsatzzweck ist entscheidend. Ein Spieler, der pro Woche mehrere Spiele installiert und wieder löscht, erzeugt eine andere Belastung als ein Nutzer, der täglich große Videodateien schreibt. Auch die verfügbare Kapazität spielt eine Rolle. In diesem Vergleich geht es um 1-TB-Modelle.

Die fünfjährige eingeschränkte Herstellergarantie gilt bei allen drei SSDs, allerdings jeweils bis zum Erreichen des TBW-Limits. Die Garantiezeit allein macht die Modelle daher nicht gleichwertig. Eine fünfjährige Garantie mit 220 TBW ist bei hoher Schreiblast anders zu bewerten als eine fünfjährige Garantie mit 1.000 TBW.

Was die TBW-Werte nicht aussagen

TBW ist kein direkter Benchmark für Ladezeiten. Eine SSD mit 1.000 TBW startet ein Spiel nicht automatisch schneller als ein Laufwerk mit 220 TBW. Der Wert beschreibt die Schreibausdauer, nicht die Reaktionszeit beim Laden.

TBW ist auch kein Ersatz für ein Backup. Eine SSD kann vor dem Erreichen des Limits ausfallen. Umgekehrt kann ein Laufwerk die TBW-Angabe überschreiten. Für wichtige Daten bleibt eine separate Sicherung notwendig.

Für die Kaufentscheidung bildet TBW trotzdem eine klare technische Orientierung: Wer nur Spiele speichert, kann die Crucial P3 Plus sinnvoll einsetzen. Wer ein Laufwerk für Betriebssystem, Spiele, Downloads und regelmäßige große Schreibvorgänge sucht, erhält mit einem TLC-Modell die robustere Plattform.

Dabei sollte die TBW-Angabe nicht isoliert betrachtet werden. Ein hoher Wert macht aus einer SSD kein professionelles Arbeitslaufwerk, ebenso wenig disqualifiziert ein niedrigerer Wert die P3 Plus für jeden Gaming-PC. Entscheidend ist, ob die geplante Nutzung eher aus Lesen und gelegentlichen Installationen oder aus dauerhaftem Schreiben besteht.

Kompatibilität und Einbau: Was Gamer bei PC und PS5 beachten müssen

Alle drei SSDs verwenden M.2-2280. Das ist der verbreitete Formfaktor für interne NVMe-Laufwerke. Die technische Schnittstelle lautet PCIe 4.0 x4 mit NVMe 1.4.

Im PC muss der M.2-Steckplatz PCIe-NVMe-Laufwerke unterstützen. Nicht jeder M.2-Steckplatz arbeitet automatisch mit PCIe. Manche Anschlüsse sind für SATA-M.2 ausgelegt, andere teilen sich Leitungen mit SATA-Ports oder Erweiterungsslots. Vor dem Kauf ist deshalb das Handbuch des Mainboards entscheidend.

Ein PCIe-4.0-Laufwerk funktioniert grundsätzlich auch in einem langsameren Steckplatz, erreicht dort aber nicht seine maximale Bandbreite. In einem PCIe-3.0-System wird der Anschluss zum Flaschenhals. Die SSD bleibt nutzbar, die Werte von 7.400 MB/s, 5.150 MB/s oder 5.000 MB/s sind dann nicht erreichbar.

Auch die Kühlung verdient Aufmerksamkeit. M.2-SSDs können unter längerer Last warm werden. Mainboards mit M.2-Kühler sind im Vorteil. Bei Erweiterungskarten oder Konsolenlösungen muss der verfügbare Bauraum separat geprüft werden. Ein physischer Kühlkörper gehört bei den drei hier verglichenen Modellen nicht pauschal zum Standard-Lieferumfang.

Vor dem Einbau sollte außerdem geprüft werden, ob die SSD im vorgesehenen Steckplatz mit anderen Komponenten um die PCIe-Leitungen konkurriert. Das ist kein spezielles Problem dieser drei Modelle, kann aber die Anbindung des gesamten Systems beeinflussen. Nach dem Einbau muss das Laufwerk gegebenenfalls noch initialisiert und formatiert werden, bevor es in Windows als Speicherziel auftaucht.

Einsatz in der PlayStation 5

Sony empfiehlt für die interne Erweiterungs-SSD der PlayStation 5 üblicherweise eine sequenzielle Lesegeschwindigkeit von mindestens 5.500 MB/s. Dieser Wert ist ein Richtwert für die erwartete Leistung und keine pauschale harte Mindestanforderung, nach der jedes Laufwerk mit einem niedrigeren Datenblattwert grundsätzlich nicht funktionieren kann.

Die Lexar NM790 liegt mit bis zu 7.400 MB/s über dieser Empfehlung. Die WD_BLACK SN770 wird mit bis zu 5.150 MB/s angegeben, die Crucial P3 Plus mit bis zu 5.000 MB/s. Beide Modelle liegen damit unter dem üblichen Sony-Richtwert. Sie sind deshalb nicht in gleicher Weise unproblematisch für die PS5 einzuordnen wie die Lexar. Eine Nutzung kann funktionieren, die Leistung entspricht aber nicht der Sony-Empfehlung und sollte nicht als sicher gleichwertige Lösung versprochen werden.

Für die PS5 zählt außerdem nicht nur der Wert auf dem Datenblatt. Vor dem Einbau sollte die Kompatibilität der konkreten SSD-Version geprüft werden. Unterschiedliche Revisionen oder Varianten eines Modells können sich bei Controller, Firmware und Kühlkörper unterscheiden. Auch die Bauhöhe, die Länge des Kühlers und die Vorgaben der jeweiligen Konsolenrevision müssen passen.

Ein geeigneter Kühlkörper ist für den Einbau in der PS5 erforderlich. Nicht jedes SSD-Angebot enthält eine passende Kühllösung. Deshalb sollte die Produktvariante exakt kontrolliert werden, statt nur nach dem Namen des Laufwerks zu kaufen.

Die P3 Plus ist für eine PS5 nicht allein wegen des QLC-NAND automatisch ausgeschlossen. Der entscheidende Punkt ist die Kompatibilität der konkreten SSD-Version inklusive Kühlung. Für eine Konsole, die primär Spiele liest und installiert, kann die Crucial als preislich attraktive Lösung funktionieren. Wegen der unter dem Sony-Richtwert liegenden Lesegeschwindigkeit ist die Einordnung aber vorsichtiger als bei der NM790. Für häufige große Schreibvorgänge bleibt zusätzlich die TBW-Differenz zu den TLC-Modellen bestehen.

Auch die SN770 sollte nicht einfach als PS5-Empfehlung auf Augenhöhe mit der Lexar behandelt werden. Ihre 5.150 MB/s liegen unter den üblichen 5.500 MB/s. Wer möglichst nah an Sonys Vorgabe bleiben möchte, fährt mit der NM790 im direkten Vergleich klar entspannter. Beim PC ist dieser Unterschied weniger relevant, weil dort die Kompatibilität vor allem vom Mainboard und dessen Steckplatz abhängt.

Welche SSD ist die beste Wahl?

Die Entscheidung fällt nicht allein über den niedrigsten Preis. Im Bereich der günstigen PCIe-4.0-SSDs für Gaming zählt das Verhältnis aus Übertragungsrate, NAND-Typ, TBW und Einsatzprofil. Welches Modell im konkreten Moment das günstigste Angebot liefert, kann sich täglich ändern.

KaufprofilEmpfehlungBegründung
Maximale LeistungLexar NM790 1 TB7.400 MB/s Lesen, 6.500 MB/s Schreiben, 1.000 TBW
Ausgewogene MittelklasseWD_BLACK SN770 1 TBTLC-NAND, 600 TBW und solide 5.150/4.900 MB/s
Geringster Anschaffungspreis, angebotsabhängigCrucial P3 Plus 1 TBQLC-NAND, 5.000/3.600 MB/s und geringere Schreibhaltbarkeit
Spielearchiv mit wenig SchreiblastCrucial P3 PlusDie Lesewerte liegen nahe an der SN770
Systemlaufwerk mit höherer ReserveLexar NM790 oder WD_BLACK SN770TLC-NAND und höhere TBW-Werte
SSD-Upgrade für die PS5Vor allem Lexar NM790Sie liegt als einzige der drei laut Herstellerangabe über dem üblichen Sony-Richtwert von 5.500 MB/s

Unser Urteil zur Lexar NM790

Die Lexar NM790 ist der Testsieger nach technischen Daten. Sie kombiniert die höchsten sequenziellen Transferraten mit 1.000 TBW. Der DRAM-lose Aufbau mit Host Memory Buffer ist kein Nachteil für typische Gaming-Nutzung. Bei langer Dauerlast bleibt der SLC-Cache ein relevanter Faktor, wie bei anderen SSDs dieser Bauart auch.

Wenn der Preis unter 80 Euro liegt oder nur knapp darüber liegt, ist die NM790 die stärkste Option des Vergleichs. Der Aufpreis gegenüber der SN770 ist nur dann schwer zu rechtfertigen, wenn die SSD ausschließlich als Spielearchiv dient und die Laufwerke preislich deutlich auseinanderliegen.

Für einen PC ist die Lexar damit die naheliegende Wahl, wenn eine schnelle SSD für Spiele nicht nur möglichst günstig, sondern auch langfristig vielseitig einsetzbar sein soll. Für die PS5 spricht zusätzlich, dass ihre angegebene Lesegeschwindigkeit über dem üblichen Sony-Richtwert liegt. Der passende Kühlkörper und die konkrete Produktvariante müssen trotzdem geprüft werden.

Unser Urteil zur WD_BLACK SN770

Die WD_BLACK SN770 ist der sachliche Kompromiss. Sie erreicht nicht die Werte der Lexar, verwendet aber TLC-NAND und bietet mit 600 TBW eine klar höhere Reserve als die Crucial P3 Plus. Für einen Gaming-PC ist sie eine sichere Mittelklasse-Option, sofern das Angebot preislich unter der NM790 liegt.

Ihr Leistungsprofil reicht für Spiele vollständig aus. Der Rückstand zur Lexar wird vor allem bei großen Transfers sichtbar, nicht zwangsläufig bei jedem Ladevorgang. Als PC-SSD ist sie deshalb weiterhin überzeugend. Für die PS5 sollte man ihren Wert von 5.150 MB/s beim Lesen allerdings unterhalb der üblichen Sony-Empfehlung von 5.500 MB/s einordnen. Das ist kein Grund, sie pauschal als unbrauchbar zu bezeichnen, aber ebenso wenig eine Grundlage für eine uneingeschränkte Konsolenempfehlung.

Unser Urteil zur Crucial P3 Plus

Die Crucial P3 Plus ist die Budget-Option für einen klar umrissenen Zweck: viel Speicherplatz für Spiele, möglichst geringe Anschaffungskosten und keine dauerhaft hohe Schreiblast. Ihre Lesegeschwindigkeit liegt nahe an der SN770, während die QLC-Technik und 220 TBW die Grenzen des Laufwerks markieren.

Als Systemlaufwerk mit vielen Downloads, großen Projekten und häufigem Verschieben von Daten ist sie weniger attraktiv. Als zweites Spielelaufwerk kann sie dagegen sinnvoll sein, wenn der Preis deutlich niedriger liegt. Für die PS5 kommt hinzu, dass ihre 5.000 MB/s unter dem üblichen Sony-Richtwert liegen. Wer sie dort einsetzen möchte, sollte die konkrete Kompatibilität besonders sorgfältig prüfen und keine Leistung auf dem Niveau der empfohlenen 5.500 MB/s voraussetzen.

Unterm Strich bleibt die Lexar NM790 die beste günstige PCIe-4.0-SSD für Gaming, wenn Leistung und Schreibreserve zusammen zählen. Die WD_BLACK SN770 ist die vernünftige Alternative bei einem klar besseren Angebot. Die Crucial P3 Plus lohnt sich dort, wo der Preis und die Spielekapazität wichtiger sind als hohe Schreibreserven. Entscheidend ist nicht, welche SSD auf dem Datenblatt den niedrigsten Preis trägt, sondern ob sie zum Laufwerk passt, das der Rechner oder die Konsole tatsächlich werden soll.

Häufige Fragen

Welche PCIe-4.0-SSD ist für Gaming die beste?
Die Lexar NM790 ist nach den technischen Daten die stärkste Option. Sie bietet bis zu 7.400 MB/s beim Lesen, 6.500 MB/s beim Schreiben und 1.000 TBW.
Ist die WD_BLACK SN770 eine gute SSD für einen Gaming-PC?
Ja, sie ist eine ausgewogene Mittelklasse-SSD mit TLC-NAND, 600 TBW sowie bis zu 5.150 MB/s beim Lesen und 4.900 MB/s beim Schreiben. Besonders sinnvoll ist sie, wenn sie deutlich günstiger als die Lexar NM790 angeboten wird.
Für wen eignet sich die Crucial P3 Plus?
Die Crucial P3 Plus eignet sich vor allem als günstiges Laufwerk für eine große Spielebibliothek oder als zweites Spielelaufwerk mit geringer Schreiblast. Als dauerhaft stark belastetes Arbeits- oder Systemlaufwerk ist sie wegen QLC-NAND und 220 TBW weniger passend.
Welche der drei SSDs ist für die PS5 geeignet?
Die Lexar NM790 liegt mit bis zu 7.400 MB/s beim Lesen über dem üblichen Sony-Richtwert von 5.500 MB/s. Die WD_BLACK SN770 mit 5.150 MB/s und die Crucial P3 Plus mit 5.000 MB/s liegen darunter; bei allen Modellen müssen außerdem die konkrete Produktvariante und ein geeigneter Kühlkörper geprüft werden.
Was bedeutet TBW bei einer SSD?
TBW steht für Terabytes Written und beschreibt die vom Hersteller garantierte Schreibleistung bis zum angegebenen Limit. Der Wert ist keine tägliche Schreibgrenze, kein direkter Maßstab für Ladezeiten und ersetzt kein Backup.