Nvidias Strategiewechsel: RTX 5090-Technik wandert in die KI-Workstation RTX Pro 5500
Tom's Hardware berichtet, dass Nvidia den GB202-Chip der GeForce RTX 5090 als RTX Pro 5500 Blackwell Workstation Edition neu auflegt — mit 84 GB GDDR7 statt 32 GB.

Die Karte zielt auf KI-Workstations, sitzt preislich zwischen RTX Pro 5000 und RTX Pro 6000 und nutzt dasselbe Silizium wie das Gaming-Flaggschiff. Für die Redaktion zählt vor allem, was Nvidia hier konfiguriert — und was Gamer davon mitbekommen.
Silizium und Konfiguration
Basis ist der GB202-Die, identisch zur GeForce RTX 5090. Nvidia aktiviert 170 von 192 Streaming Multiprocessors, ergibt 21.760 CUDA-Cores. Die Shaderleistung entspricht damit faktisch der RTX 5090. Der einzige Unterschied sitzt im Speicher: 28 GDDR7-Module in Clamshell-Anordnung, 14 Stück pro PCB-Seite, jedes Modul 24 Gb (3 GB). Daraus resultieren 84 GB Kapazität bei 25 Gb/s über ein 448-Bit-Interface. Das Subsystem ist 1:1 das der China-exklusiven RTX Pro 6000D. Nvidia kombiniert hier bekanntes Silizium mit einem Speicherlayout, das bisher nur einer Regionalvariante vorbehalten war.
Bandbreite im Detail
Offiziell nennt Nvidia 1.398 GB/s. Tom's Hardware misst 1.400 GB/s. Der vergleichsweise niedrige Takt kommt zustande, weil Samsung, Micron und SK hynix aktuell nur 28-Gb/s-Pakete ausliefern — Nvidia taktet die Chips für die RTX Pro 5500 bewusst auf 25 Gb/s herunter, sei es aus thermischen Limits, Strombudget oder zur Abgrenzung gegen die Pro 6000. Im Vergleich: Die Bandbreite liegt nur 4 % über der RTX Pro 5000 mit 72 GB, aber 22 % hinter der RTX Pro 6000 mit 96 GB und der voll getakteten GeForce RTX 5090. Für speicherintensive KI-Workloads zählt Kapazität; für klassisches Rendering und Raytracing limitiert die reduzierte Bandbreite sichtbar.
Preis und was bleibt für Gamer
Offizielle Preise stehen aus. Weder Nvidia noch PNY haben sich auf Anfrage geäußert. Zur Einordnung: RTX Pro 6000 zu 15.599 US-Dollar, RTX Pro 5000 72 GB ab 9.209 US-Dollar. Die RTX Pro 5500 wird in dieser Spanne erwartet — damit deutlich über dem 2.000-Dollar-Niveau der GeForce RTX 5090. Für Gamer ändert sich faktisch nichts. Die RTX 5090 bleibt das schnellste Blackwell-Silizium mit vollen 28-Gb/s-Modulen und damit 22 % mehr Speicherbandbreite. Wer keine Workstation-Aufgaben mit großen Modellen fährt, ist mit der GeForce besser bedient. Nvidias Strategie bleibt eindeutig: Dasselbe Die, zweimal verkauft — einmal als Gaming-Karte, einmal als KI-Workstation mit deutlichem Aufschlag.