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AMD BC-250 im Test: PS5-Power zum halben Preis für Bastler

Laut Tom's Hardware hat sich AMDs BC-250 als eine der faszinierendsten Bastel-Hardware-Plattformen des Sommers entpuppt — eine recycelte PS5-APU, die über den Krypto-Mining-Hype nun als Linux-Gaming-Board landet.

AMD BC-250 im Test: PS5-Power zum halben Preis für Bastler

Wenn die Crypto-GPU ihr drittes Leben beginnt

Was hier auf dem Schreibtisch steht, ist kein offizielles Produkt, sondern das Ergebnis einer Community, die aus einem ausgemusterten Mining-Rig eine spieletaugliche Konsole für etwa den halben Preis von Valves neuer Steam Machine gezaubert hat. Für Hardware-Tüftler ist das ein Fest; für Gelegenheitsspieler eine schlechte Idee mit charmantem Datenblatt.

Was unter der Haube tatsächlich steckt

Die BC-250 ist im Kern identisches PS5-Silizium: acht Zen-2-Kerne, von denen ab Werk zwei deaktiviert sind, und eine RDNA-2-GPU mit nominell 40 Compute Units, die Tom's Hardware zufolge standardmäßig nur auf 24 CUs läuft. Dank Community-BIOS und angepasster GPU-Treiber lassen sich mittlerweile alle 40 CUs freischalten, wobei die Stabilität von Board zu Board schwankt. Im Test schaffte die Redaktion 40 CUs stabil bei 1.850 MHz, deutlich über den empfohlenen 1.500 MHz. Bei der Konnektivität wird nicht geschummelt: einmal DisplayPort 1.4, zweimal USB 3.0, zweimal USB 2.0, Gigabit-Ethernet. Kein HDMI, kein WLAN, keine RGB-Beleuchtung. Wer hier nach Plug-and-Play sucht, ist fehl am Platz.

Die Rechnung — und der Preis, den man nicht auf dem Etikett sieht

Rund 350 Dollar hat Tom's Hardware investiert, davon etwa 200 Dollar für die Platine (auf eBay aktuell um die 175 Dollar gelistet), der Rest für 3D-gedrucktes Gehäuse, Lüfter und ein Netzteil. Wer noch ein altes Netzteil und eine NVMe-SSD herumliegen hat, drückt die Rechnung weiter. Zum Vergleich: Die neue Steam Machine startet bei 1.050 Dollar, die PS5 Digital bei 600, die PS5 Pro bei 900. Auf dem Papier ist das eine glasklare "halber Preis, vergleichbare Leistung"-Rechnung — sofern man "kein offizieller Support", "Linux-Konfiguration erforderlich" und "Übertaktungs-Glücksspiel" als vertretbare Kompromisse akzeptiert.

Die Redaktion beschreibt das Board nach Wochen im Einsatz explizit als Projekt, nicht als Gerät — etwas für Bastler, die das Tüfteln als Teil des Erlebnisses verstehen. Das ist, mit Verlaub, eine charmante Form der ludonarrativen Dissonanz: Wir kaufen ein Gaming-Board und erleben stattdessen stundenlanges BIOS-Gebastel. Für mich als Kritikerin kein Bug, sondern die ehrlichste Art, Hardware zu verkaufen.

Was ihr vor dem Klick auf "Kaufen" prüfen solltet

Bevor ihr zuschlagt, drei Fragen: Erstens — ist eure Spielebibliothek Linux-tauglich, oder verlasst ihr euch auf das, was die Community an Treibern stemmt? Zweitens — habt ihr die Geduld, in Foren zu lesen, Treiber zu konfigurieren und gelegentlich ein BIOS zu flashen? Drittens — besitzt ihr bereits ein passendes Netzteil und eine NVMe-SSD, oder müsst ihr die noch einkalkulieren? Wenn ihr alle drei mit Ja beantworten könnt, ist die BC-250 für unsere Nische aktuell der spannendste Hardware-Deal des Sommers. Wenn nicht: Spart euch das Geld und greift zur Steam Machine.